21.06.2016
Klassiker der Luftfahrt

Der erste V-Bomber der Royal Air ForceVickers Valiant: Der Vorreiter

Als erster Vertreter der berühmten britischen V-Bomber steht die Vickers Valiant noch heute im Schatten ihrer spektakulären Brüder Victor und Vulcan. Dabei vollbrachte das Vickers-Produkt viele bedeutende Leistungen.

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Anfangs sah es nicht gut aus für den ersten so genannten „V-Bomber“ der Royal Air Force (RAF). Vickers hatte genauso wie English Electric für die Spezifikation B.35/46 von Januar 1947 für einen neuen Jetbomber mit Nuklearbewaffnung einen recht konventionellen Entwurf vorgelegt. Obwohl er damals neue, gepfeilte Tragflächen aufwies, blieb er zunächst erfolglos. Die Konkurrenz wartete mit exotischeren und viel versprechenderen Designs mit Delta- und Sichelflügel oder gar einer Nurflügelkonfiguration auf. Letztere Anordnung bei Shorts und Armstrong-Whitworth fiel aus dem Wettbewerb, weil sie dann doch zu futuristisch anmutete. Das Rennen machten schließlich die Avro 698 (spätere Vulcan) und die Handley Page HP.80. Aber aufgrund der Ungewissheiten wollte die militärische Führung nicht „alle Eier in ein Nest“ legen, wie es damals hieß. Schließlich konnten die Forscher nicht auf Erfahrungen in Hochgeschwindigkeitswindkanälen oder in der Jet-Höhenforschung zurückgreifen.

Hier kam wieder Vickers-Chefkonstrukteur George Edwards ins Spiel, der sein Projekt Typ 660 als schneller zu realisieren und als risikoloser vermarktete. Die RAF erstellte daraufhin im April 1948 eigens die Spezifikation B.9/48. Edwards griff auf den Entwurf für den ursprünglichen Anforderungskatalog OR.229 (Operational Requirement) für einen Ersatz der Avro Lincoln zurück. Dieser sollte bei einer Reichweite von 5600 km eine 4,5 t schwere Nuklearwaffe aus einer Höhe von 13,7 km bei einer Geschwindigkeit von 925 km/h abwerfen können. Der Konstrukteur änderte lediglich die Tragfläche im Bereich des Flügelwurzelübergangs.


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Patrick Hoeveler


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