02.01.2017
Erschienen in: 03/ 2011 FLUG REVUE

Niederlage gegen EuropaUS-Überschallverkehrsflugzeuge

Vor über 40 Jahren scheiterte das prestigeträchtige SST-Projekt der USA, das eigentlich die Concorde und die Tupolew Tu-144 übertreffen und eine neue Ära im Luftverkehr einläuten sollte.

Schneller und größer als die europäischen und sowjetischen Projekte sollte Amerikas Überschall-Verkehrsflugzeug werden. Einige US-Firmen hatten schon in den 50er Jahren mit Untersuchungen für einen Supersonic Transport (SST) begonnen, doch eine endgültige Entscheidung fiel später als bei der Konkurrenz auf der anderen Seite des Atlantiks. Erst im August 1963 wies US-Präsident John F. Kennedy die Federal Aviation Agency (FAA) an, mit entsprechenden Studien für das nationale Programm zu beginnen. An der folgenden Ausschreibung beteiligten sich zunächst in der ersten Phase die Firmen Boeing, Lockheed und North American. Im Juni 1964 vergab die US-Luftfahrtbehörde schließlich in der Phase II entsprechende Entwicklungsaufträge an Boeing und Lockheed sowie an General Electric und Pratt & Whitney für die Triebwerke. Dabei sollte die Regierung jeweils 75 Prozent der Kosten übernehmen. Im Jahr 1966 verlängerte die Behörde die Arbeiten in der sogenannten Phase II-C, die auf 18 Monate angelegt war und je 60 Millionen Dollar für die Flugzeugbauer sowie je 50 Millionen Dollar für die Triebwerksfirmen umfasste. Wieder übernahm der Staat drei Viertel der Kosten.

Die Erwartungen waren hoch: „Ab 1975 werden alle Flüge in den USA über 2400 Kilometer von Überschallflugzeugen durchgeführt“, sagte Lockheeds Chef-Forschungsingenieur Richard Heppe schon im Juni 1963. Zum eigenen L-2000-Projekt meinte er: „Das dreifach überschallschnelle Flugzeug könnte ab 1973 bei den Airlines fliegen und 120 bis 125 Passagiere in zweieinhalb Stunden von New York nach Paris transportieren.“ Im Gegensatz zur europäischen Concorde sollte der Lockheed-Entwurf aus Titan und speziellen Stahlarten bestehen und so die bei Mach 3 entstehenden Temperaturen von bis zu 385 Grad aushalten. Zu Testzwecken fertigte das Unternehmen damals unter anderem zwei Flügelkästen und ein Rumpfsegment aus Titan.


WEITER ZU SEITE 2: Airliner mit Schwenkflügel

1 | 2 | 3 | 4 |     


Weitere interessante Inhalte
Fotodokumente 1966: Farnborough wird international

27.04.2017 - Historische Bilder der Luftfahrtschau im britischen Farnborough aus dem Jahr 1966 — die 25. Ausgabe der Traditionsmesse war zudem ein Debüt: Zum ersten Mal präsentierten sich auch ausländische … weiter

CAF Dixie Wing Fighter-Formation

25.04.2017 - Die drei wichtigsten Flugzeuge der USAAF des Zweiten Weltkriegs flogen am vergangenen Wochenende in den USA erstmals wieder zusammen. Die Formation aus Curtiss P-40, Bell P-63A und P-51 Mustang war … weiter

Überschalljäger Die Century-Series-Jets der US Air Force

21.04.2017 - Die berühmten Überschalljäger mit einer Typenbezeichnung ab 100 bildeten lange Zeit nicht nur im Bereich der Abfangjagd - wie die F-102 Delta Dagger und F-106 Delta Dart - das Rückgrat der US Air … weiter

Luftwaffe Lockheed F-104F Starfighter: Umschulung deutscher Piloten

19.04.2017 - Anfang 1960 schulte Lockheed die ersten sechs deutschen Piloten auf die F-104 um. Sie waren der Nukleus für die spätere F-104-Schulung bei der Luftwaffe. Mit dabei war Hans-Ulrich Flade, damals … weiter

EAA AirVenture 2017 Zwei B-29 Superfortress in Oshkosh

27.03.2017 - Weltpremiere auf dem AirVenture 2017: Die EAA verkündete am vergangenen Wochenende, dass zwei Boeing B-29 Superfortress zum größten Fliegertreffen der Welt in Oshkosh kommen. Zwischen dem 24. und 30. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 04/2017

Klassiker der Luftfahrt
04/2017
10.04.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Focke-Wulf Fw 190
Mitsubishi J8M
Cessna O-1 Bird Dog
RAF-Museum
Douglas A-26 Invader
Junkers K 30
Lend-Lease für die Sowjetunion
Albatros Flugzeugwerke
Modellträger