05.08.2016
Klassiker der Luftfahrt

Mit Wespentaille zum ErfolgÜberschalljäger Convair F-102 Delta Dagger

Als erster in Dienst gestellter Deltaflügler erreichte die Convair F-102 Delta Dagger Überschallgeschwindigkeit und sollte die Abfangjagd der US Air Force revolutionieren.

Heute alltägliche Neuerungen der Convair F-102 Delta Dagger wie Bordradar, Nachbrenner und die Anwendung der aerodynamischen Flächenregel klangen Ende der 40er Jahre noch wie Zukunftsmusik. Zu diesem Zeitpunkt schlug ein Gremium der US Air Force einen Wettbewerb für einen Allwetter-Abfangjäger als Antwort auf die als Bedrohung angesehenen Jetbomber der Sowjetunion vor. Das Projekt mit dem Titel „Interceptor 1954“ sah einen überschallschnellen Jet mit reiner Raketenbewaffnung vor, der spätestens im Jahr 1954 einsatzbereit sein sollte. Die amerikanischen Luftstreitkräfte nahmen den Vorschlag am 4. Februar 1949 an. Allerdings wichen die Offiziellen von der bisherigen Vorgehensweise ab: Erst sollte ein Feuerleitsystem entwickelt werden, dann das Flugzeug. Die Bestellung für die Elektronikausrüstung ging 1950 an Hughes. Am 11. September 1951 vergab die Air Force den Auftrag MX-1554 für die Flugzeugplattform an Convair mit deren Entwurf XF-102.

Die aus Consolidated und Vultee entstandene Firma setzte sich so gegen Lockheed und Republic durch und hatte bereits im Vorfeld ausgiebige Forschungen bezüglich möglichen Deltaflüglern betrieben. Spezialisten verschafften sich nach Kriegsende in Deutschland einen Überblick über die dortigen Forschungen. Als Folge von Besprechungen mit dem deutschen Deltaflügelpionier Alexander Lippisch und einiger Windkanalversuche entstand das Projekt P-92 mit Staustrahltriebwerk und im Lufteinlauf untergebrachtem Pilot. Die XP-92 erblickte aber nie das Tageslicht. Stattdessen wurde sie in geänderter Form als Versuchsflugzeug XF-92A realisiert. Der Jungfernflug erfolgte in Muroc, der späteren Edwards Air Force Base, am 18. September 1948. Der Jet diente noch bis 1953 zu Forschungszwecken, die auch dem neuen Deltajäger zugute kamen.


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Patrick Hoeveler


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