28.06.2014
Erschienen in: 03/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Überschall-PassagierjetsSupersonic - Mit Mach 3 nach Paris

Ideen für Überschall-Passagierjets beflügelten in den 60er Jahren die US-Flugzeughersteller. Boeing, Lockheed und North American bewarben sich um den Bau eines Supersonic Transport Jets (SST), der der Konkurrenz in Europa und in der Sowjetunion Paroli bieten sollte.

North American bewarb sich neben Boeing und Lockheed um die Entwicklung und den Bau des nationalen Überschalljets, den Präsident John F. Kennedy im August 1963 gefordert hatte.

Bei der NAC-60 griffen die Ingenieure von North American auf die Erfahrungen mit der Mach 3 schnellen  XB-70A Valkyrie zurück. Dennoch konnte sich das Projekt nicht durchsetzen, und es blieb bei Modellfotos und Zeichnungen. Im Juni 1964 vergab die federführende Federal Aviation Agency (wie die Federal Avitation Administration bis 1967 hieß) lediglich an Boeing und Lockheed Aufträge für weitere Studien.

Lockheed hatte bereits in den 50er Jahren mit ersten Studien für ein Überschallverkehrsflugzeug begonnen. Dieser Entwurf besaß eine etwas kleinere Passagierkapazität als die L-2000. Die Triebwerksgondeln sind denen der späteren SR-71 Blackbird ähnlich.

Wie Lockheed baute Boeing vor der endgültigen Entscheidung der FAA, die an Silvester 1966 fallen sollte, ein Modell seines Entwurfs, der 2707 (später als 2707-100 bezeichnet), in Originalgröße. Attrappen der für damalige Verhältnisse topmodernen Passagierkabine und des Cockpits der 2707 dienten sowohl Vorführzwecken als auch als Ingenieurmodelle. Nach umfangreichen Arbeiten musste Boeing den Schwenkflügel aufgeben, da er einfach zu schwer war. Die 2707-300 sollte die Forderungen der FAA erfüllen, scheiterte aber, da der US-Senat im Jahr 1971 weitere Geldmittel verweigerte.

Aufgrund von Stabilitätsproblemen um die Nickachse musste Boeing seinen SST-Entwurf modifizieren. Die 2707-200 erhielt Entenflügel hinter dem Cockpit, die sich jedoch negativ auf das Gewicht auswirkten. Eine Besonderheit der Modelle 2707-100 und -200 war die gleich zweifach knickbare Nase. Die vordere Spitze ließ sich wieder nach oben schwenken, um einen ausreichenden Abstand zum Boden zu gewährleisten und so ein hohes Fahrwerk zu vermeiden.

Zahlreiche ausländische Airlines interessierten sich für das US-Produkt, darunter auch die Lufthansa. Davon ließ sich auch ein Lockheed-Zeichner bei der Darstellung der L-2000 inspirieren. Lockheed stellte wie Boeing ein 1:1-Modell seines Entwurfs der Öffentlichkeit vor. Gleichzeitig testete das Unternehmen mit der NASA ein Großmodell im Windkanal.

Piloten und Passagiere konnten 1966 schon in der L-2000 Platz nehmen, allerdings nur in Attrappen von Cockpit und Kabine.

Letztendlich gewann Boeing die Ausschreibung, doch im Jahr 1971 verweigerte der US-Senat weitere Geldmittel und kippte das Projekt.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 03/2011



Weitere interessante Inhalte
Überschalljäger Die Century-Series-Jets der US Air Force

21.04.2017 - Die berühmten Überschalljäger mit einer Typenbezeichnung ab 100 bildeten lange Zeit nicht nur im Bereich der Abfangjagd - wie die F-102 Delta Dagger und F-106 Delta Dart - das Rückgrat der US Air … weiter

Luftwaffe Lockheed F-104F Starfighter: Umschulung deutscher Piloten

19.04.2017 - Anfang 1960 schulte Lockheed die ersten sechs deutschen Piloten auf die F-104 um. Sie waren der Nukleus für die spätere F-104-Schulung bei der Luftwaffe. Mit dabei war Hans-Ulrich Flade, damals … weiter

EAA AirVenture 2017 Zwei B-29 Superfortress in Oshkosh

27.03.2017 - Weltpremiere auf dem AirVenture 2017: Die EAA verkündete am vergangenen Wochenende, dass zwei Boeing B-29 Superfortress zum größten Fliegertreffen der Welt in Oshkosh kommen. Zwischen dem 24. und 30. … weiter

Fotodokumente Erfolgsgeschichte Boeing – Die frühen Jahre

23.03.2017 - Viele Menschen auf der ganzen Welt haben schon mal in einer Boeing gesessen und sind mit ihr in den Urlaub geflogen. In diesem Jahr feiert der Flugzeughersteller aus Seattle seinen 100. Geburtstag. … weiter

Grimes Gathering of B-25 Rückkehr der Doolittle Raider

17.03.2017 - Am 16. und 17. April 2017 ist so weit. Auf dem Grimes Field in Urbana/Ohio dröhnen wieder die Sternmotoren. Anlässlich des 75. Jahrestags des Doolittle Raid werden sich über 20 Bomber vom Typ North … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 04/2017

Klassiker der Luftfahrt
04/2017
10.04.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Focke-Wulf Fw 190
Mitsubishi J8M
Cessna O-1 Bird Dog
RAF-Museum
Douglas A-26 Invader
Junkers K 30
Lend-Lease für die Sowjetunion
Albatros Flugzeugwerke
Modellträger