20.06.2017
Erschienen in: 02/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Zweiter Weltkrieg  (Teil 8) Wettlauf

Messerschmitt_Bf_109 (9) (jpg)

Die Bf 109 G-14, hier eine Aufklärerversion R2, war nach der G-2 die meistgebaute Bf-109-Version. Sie wurde von dem DB 605 AM antgetrieben und besaß unter anderem ein vergrößertes Holzleitwerk. Die sogenannte Erla-Haube war bei ihr Standard. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Um der Spitfire einen noch besseren Jäger entgegenzusetzen, entwickelte Messerschmitt schon ab dem Frühjahr 1940 die Bf 109 F. Aerodynamisch überarbeitet, mit stärkerem Motor und verbesserter Bewaffnung, markierte sie einen wichtigen Entwicklungsschritt. Von ihren nun gerundeten Randbögen versprachen sich die Ingenieure einen geringeren induzierten Widerstand. Die Spannweite gegenüber der E-Version war leicht vergrößert. Der Vorderrumpf war etwas widerstandsärmer gestaltet. Einen echten Leistungsschub brachte der neue DB 601 E, der nun 1.350 PS leistete und ab der F-3-Version zum Einsatz kam. Die Bewaffnung bestand aus zwei MG 17 und einem durch die Propellerwelle schießenden MG 151/20.

Auf der Gegenseite konterte Supermarine zunächst mit der Spitfire Mk. V, die sich vor allem durch ihre verbesserten Merlin 45 und 46 auszeichnete. Nicht lange darauf folgte die Mk. IX, die ab Juni 1942 eingesetzt wurde. Sie erhielt zunächst den Merlin 61 mit Zweiganglader, der bis zu 1565 PS leistete. Ab Anfang 1943 wurden dann die nochmals leistungsgesteigerten Merlin 63, 66 und 70 eingebaut, die sich vor allem durch technische Optimierungen unterschieden. Mit dem Merlin 63 (1.710 PS) kam die Spitfire IX nun auf 656 km/h in 2.600 Metern Höhe. Etwa zeitgleich mit der Spitfire IX erschien 1942 die Bf 109 G. Sie unterschied sich von der F-Version vor allem durch ihren DB 605 A, der 1475 PS leistete. Bei Nutzung einer MW-50-Einspritzanlage (Wasser-Methanol-Gemisch mit einem Mischungsverhältnis von 50:50) konnten sogar kurzzeitig 1.800 PS abgerufen werden. In 6.600 Metern Höhe erreichte die G-6 maximal 650 km/h, die spätere G-10 kam auf eine Höchstgeschwindigkeit von 685 km/h . Die Standardbewaffnung der G-6 bestand nun neben dem bereits in der Bf 109 F eingesetzten MG 151/20 noch aus zwei MG 131.
Dennoch blieb es auch bei den G-Versionen bei dem grundsätzlichen Manko, nicht so eng kreisen zu können wie die Spitfire.

Allerdings gibt es Berichte, nach denen die Bf 109 G im Sturzflug besser beschleunigte als ihre Gegnerin. Das Rennen um noch leistungsfähigere Jäger ging weiter. Der im Laufe ihrer Produktionszeit immer weiter verbesserten Bf 109 G setze Supermarine ab dem Herbst 1943 die Mk. XIV entgegen. Sie wurde von einem 2.200 PS starken Rolls-Royce Griffon angetrieben. Ihre Höchstgeschwindigkeit betrug nun 671 km/h in etwas über 6.500 Metern Höhe. Doch damit war das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die Bf 109 K, ab Herbst 1944 noch ausgeliefert, erreichte nach den Aufzeichnungen des Messerschmitt-Projektbüros in 6.000 Metern Höhe an die 675 km/h, in 7300 Meter fast 700 km/h. Bei der Steigleistung blieb sie leicht unter den Werten der Spitfire Mk. XIV.
            


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