20.06.2017
Erschienen in: 02/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Zweiter Weltkrieg  (Teil 6) Geschwindigkeiten und Bewaffnung

Messerschmitt_Bf_109 (3) (jpg)

Die Bf 109 war kompakter und leichter als die Spitfire. Bis zu mittleren Geschwindigkeiten flog sie sehr agil, jedoch stiegen bei hoher Geschwindigkeit die Ruderkräfte überproportional stark an. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Ein wesentlicher Faktor für die Kampfkraft der Jäger sind ihre erreichbaren Geschwindigkeiten im Horizontalflug. Messerschmitt-Protokolle weisen für die Bf 109 E-3 mit dem Daimler-Benz DB 601 A und automatischer VDM-Verstellluftschraube Höchstgeschwindigkeiten von 467 km/h in Meereshöhe und 550 km/h in 4.500 Metern aus. Andere Messungen ergaben 560 km/h als Top Speed.

Die Vergleichswerte der Spitfire I mit dem Rolls-Royce Merlin III und Rotol-Constant-Speed-Propeller: 455 km/h in Meereshöhe und 570 km/h in 5.760 Metern Höhe. Mit dem ebenfalls verwendeten Constant-Speed-Propeller von de Havilland wurden mit 463 km/h in Meereshöhe und 571 km/h in 5.400 Metern etwas höhere Werte erflogen.

„Höhenbereinigt“ lagen die Geschwindigkeiten der Kontrahenten also recht eng beieinander, mit leichten Vorteilen für die Spitfire I. Beide Jäger erreichten ihre besten Geschwindigkeiten zwischen etwa 4.600 und 7.600 Metern Höhe. Dass die Geschwindigkeitsdifferenz angesichts des stärkeren Merlin III nicht größer ausfiel, dürfte an der etwas widerstandsärmeren kleineren Zelle der Bf 109 gelegen haben. Immerhin stemmte der Merlin III bereits bis zu 1.310 PS bei für fünf Minuten erlaubter Kurzleistung auf die Kurbelwelle. Der DB 601 A lieferte im gleichen Regime fast 300 PS weniger. Gegenüber dem Merlin bot der DB 601 jedoch einen manchmal lebenswichtigen Vorteil. Als Direkteinspritzer hatte er keine Probleme mit negativen g-Kräften. Die Merlins hingegen erhielten ihr Treibstoff-Luft-Gemisch über konventionelle Vergaser, die nicht für negative Belastungen geeignet waren. Das erlaubte einem Bf-109-Piloten, der einen Gegner hinter sich wusste, schlagartig aus dem Horizontalflug nach unten wegzutauchen. Versuchte der Verfolger das gleiche Manöver, blieb ihm kurzzeitig die Motorleistung weg. Wollte er mit voller Motorleistung folgen, musste er zunächst eine halbe Rolle drehen, um mit einer Art Abschwung an der Bf 109 dranzubleiben. So manches Mal reichte der kurze Vorsprung aus, dem Verfolger zu entkommen.
       


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