20.06.2017
Erschienen in: 02/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Zweiter Weltkrieg  (Teil 4) Agilität

Messerschmitt_Bf_109 (8) (jpg)

Glück im Unglück: Der Pilot dieser Bf 109 E konnte noch am Strand notlanden. Der deutsche Jäger litt an seiner geringen Tankkapazität, die bei der Luftschlacht um England nur kurze Kampfzeiten über der britischen Insel erlaubte. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

In Sachen Agilität gaben sich die beiden Jäger wenig. Nach dem Vergleich einer erbeuteten Bf 109 E mit einer Spitfire I stellte das Royal Aircraft Establishment (RAE)fest: „Bei 640 km/h kann ein Bf-109-Pilot bei größter Anstrengung nur etwa 20 Prozent Querruderausschlag geben. Die Rollrate beträgt dabei etwa vier Sekunden für 45 Grad.“ Damit war die Rollrate bei dieser hohen Geschwindigkeit gleich der der Spitfire I. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten galt die Messerschmitt jedoch als agiler um die Längsachse. Dafür wies die Spitfire wesentlich niedrigere Höhenruderkräfte auf. Manche Piloten bezeichneten sie in dieser Hinsicht als fast zu sensibel. Im Gegensatz dazu hieß es schon im Flughandbuch der Bf 109 E: „Die Höhenruderkräfte und Flossenbelastungen werden bei hoher Fahrt sehr groß.“ Bis zu etwa 400 km/h waren die Höhenruderkräfte und -wirksamkeit sehr gut. Doch darüber hinaus wurde es für die Piloten zunehmend schwierig, noch einen engen Abfangbogen zu fliegen. Bei etwa 640 km/h war der Kraftaufwand schon so hoch, dass dieses Manöver kaum noch machbar war. Das wurde manchem deutschen Piloten zum Verhängnis, der eine Spitfire im schnellen Sturzflug verfolgte und in zu niedriger Höhe sein Flugzeug nicht mehr rechtzeitig über dem Boden abfangen konnte.
         


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