29.06.2016
Erschienen in: 02/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

SuperfestungBoeing B-29

Von der Boeing B-29 wurden laut US Air Force 2513 Flugzeuge produziert. Angesichts schnellerer Jets und wegen ihrer wartungsaufwändigen Kolbentriebwerke verschwand die Superfortress schnell von der Bildfläche. Nur ein einziges Exemplar des historischen Musters ist heute flugfähig. Daneben blieb ein weiteres Dutzend B-29 in Museen erhalten.

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Der viermotorige Langstreckenbomber Boeing B-29 änderte als erster Atombomber der Welt die Kriegsführung für immer. Waren bis dahin oft hunderte Bomber für einzelne Angriffe verwendet worden, reichte nun ein einzelner Atombomber für einen verheerenden Schlag. Entwickelt worden war die XB-29 seit 1940 unter dem Boeing-Projektnamen Model 345 als schwerer, konventioneller Langstreckenbomber mit druckbelüfteten Abteilen für Cockpitbesatzung, Bordschützen und den Heckschützen.

Wegen der Kriegslage wurden schon vor dem Erstflug am 21. September 1942 in Seattle mit Edward Allen am Steuer über 1000 B-29 bestellt. Die Produktion lief in Renton, Wichita, Marietta (Bell) und Omaha (Martin) auf Hochtouren an. Ihre Feuertaufe erlebte die B-29 beim 58th Very Heavy Bombardment Wing bei Bombenangriffen auf Bangkok ab Juni 1944 von indischen Basen aus. Der erste Angriff auf Tokio fand am 24. November 1944 statt.

Wegen schwacher Jägerbedrohung und für noch höhere Bombenzuladung, vor allem verheerende Brandbomben, wurden die Bordwaffen, bis auf den Heckstand, ausgebaut. Diese Ausführung wurde als B-29B auch ab Werk geliefert. Außerdem gab es die B-29 als Aufklärer F-13 und F-13A mit Zusatztanks im Waffenschacht.

Andere B-29 wurden mit frü­hem Bodenradar ausgestattet. Die berühmteste Ausführung der B-29 ist die unter höchster Geheimhaltung bei Martin in Omaha gebaute Atombomberversion Silverplate mit einteiligem Bombenschacht mit besonders schnell öffnenden Klappen und veränderten Verstellpropellern von Cur­tiss Electric, die am 6. August 1945 den Angriff auf Hiroshima und drei Tage später auf Nagasaki durchführte. Dadurch erzwangen die USA ohne Invasion die japanische Kapitulation. Bis Kriegsende waren 2513 Superfortress gebaut worden. Bestellungen für weitere 5000 Bomber wurden annulliert. Als SB-29 Superdumbo war die B-29 auch als Langstrecken-Seenotrettungsflugzeug unterwegs. Sie konnte ein Rettungsboot unter dem Rumpf abwerfen.

Nicht in Serie ging die Transportversion CB-29K. Nach dem Krieg wurden viele B-29 in Tanker umgebaut, darunter auch erstmals mit dem neuen Boom-System für das Strategic Air Command. Mit Wasp-Triebwerk wurde die B-29D, später B-50 bis Ende der vierziger Jahre gebaut. Einziger Auslandsbetreiber von 88 gebrauchten B-29 war Anfang der fünfziger Jahre Großbritannien, wo das Muster die Bezeichnung „Washington Mk.1“ erhielt.

Die Sowjetunion kopierte drei in ihrem Gebiet während des Krieges notgelandete B-29 und baute diese als Serienflugzeug Tupolew Tu-4 (NATO-Code: „Bull“) in metrischen Maßen nach. Die B-29 verdingte sich noch im Korea-Krieg als Tanker, Foto- und Wetteraufklärer, bevor schnellere Düsenbomber wie die B-47 und B-52 und Interkontinentalraketen das wegbereitende Muster überflüssig machten.


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Sebastian Steinke


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