03.08.2017
Erschienen in: 01/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

Sturzbomber (Teil 2) K-Version erhält Stromlinienkanzel

kl 01-2014 Dornier Do 217-03

Diese Do 217 K-2 ist mit dem „Rüstsatz 19“ ausgestattet. Sie konnte zwei ferngesteuerte Gleitbomben tragen. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Die Do 217 K löste ab 1942 die Do 217 E ab. Sie erhielt eine veränderte Bugsektion in Stromlinienform mit sphärisch gebogener Verglasung. Das Instrumentenbrett wurde neu angeordnet, um eine möglichst ungehinderte Außensicht zu ermöglichen. Teilweise erhielten Do 217 K-1 und K-2 wieder den Rüstsatz „Gießkanne“. Die K-1 war als Sturzkampfbomber mit Schirmbremse im Heck ausgelegt. MG 81 und MG 81 Z im Bug lösten das vorherige MG 15 ab. Die Abwurfanlage entsprach der E-2 und E-4. Als Zielgerät dienten ein mit dem Norden-Bombenzielgerät vergleichbares Lotfe und BLG 2 mit Kreiselstabilisierung. Die Besatzung  bestand aus vier Mann.

Die Do 217 K-2 erhielt einen vergrößerten Flügel mit 24,5 Metern Spannweite. Sie konnte zwei gesteuerte Bomben SD 1400 X (Fritz X) unter dem Flügel tragen. Die Bomben wurden von einem Steuertisch in der Kabine gelenkt, wobei ein zweiachsiges UKWSteuergerät zum Einsatz kam. Am 14. September 1943 wurde so das italienische Schlachtschiff „Roma“ aus 6400 Metern Abwurfhöhe versenkt. Die modifizierte Do 217 K-3 konnte dank doppelter Waffenaufhängungen wahlweise zwei SD 1400 X unter den Innenflügeln oder zwei Hs 293 unter den Außenflügeln befördern.

Weitgehend der K-Reihe entsprach auch die Do 217 M. Sie nutzte statt der luftgekühlten und 1600 PS starken BMW 801 A-Sternmotoren jedoch zwei stärkere, wassergekühlte DB 603 A-Reihenmotoren mit je 1750 PS. Dadurch verbesserten sich die Flugleistungen spürbar. Nach der herkömmlichen Bomberversion M-1, folgte die zum Abwurf von Gleitbomben ausgelegte M-5 und schließlich die M-11 mit vergrößerter Spannweite.

kl 01-2014 Dornier Do 217-04

Fabrikneue Do 217 auf einem Dornier-Werkfoto. Leider ist kein einziges Flugzeug komplett erhalten geblieben. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Die Do 217 N war eine Nachtjagdversion der Do 217 M mit deren DB 603 A-Motoren und drei Mann Besatzung. Nach der Version N-1 folgte die konstruktiv vereinfachte N-2 mit Holzformteilen als Rumpfverkleidung und „schräger Musik“. Mit diesen 70 Grad nach oben gerichteten, starr eingebauten Bordkanonen für die Nachtjagd konnte der Jäger im toten Winkel von hinten und unten sein Ziel anfliegen und bekämpfen. Außerdem war ein Lichtenstein SN 2-Radargerät eingebaut.

Ab 1943 wurde aus der Do 217 auch ein Höhenaufklärer abgeleitet. Die Vollsichtkanzel der Do 217 P war hier als Druckkabine für die dreiköpfige Besatzung ausgelegt. Ab dem dritten Versuchsmuster wurde die Spannweite erhöht. Doch es blieb bei einer Vorserie, der Do 217 P-0, von der nur drei Flugzeuge ausgeliefert wurden. 1943 wurde die Entwicklung abgebrochen, denn seit 1942 war bereits die konstruktiv veränderte Do 317 mit größerem Rumpfvolumen entwickelt worden. Bis zum Sommer 1944 wurden 1903 Do 217 aller Versionen gebaut.

Der Einsatzraum der Do 217 reichte von den sogenannten „Baedeker-Angriffen“ auf britische Städte über das gesamte Mittelmeer bis an die Ostfront. Die letzten deutschen Kampfeinsätze erfolgten am 12. April 1945, als ein Dutzend Do 217 des KG 200 mit Gleitbomben das sowjetische Überschreiten der Oderbrücken vergeblich zu verhindern suchte. Die letzte Do 217 in militärischen Diensten, eine erbeutete deutsche Do 217 N-2, soll noch bis 1946 in der Schweiz geflogen sein.

Von der Do 217 blieb kein vollständiges Flugzeug erhalten. Als größte Relikte gelten das Rumpfheck einer Do 217 im italienischen Luftwaffenmuseum, sowie eine Antriebsanlage, die im New England Air Museum steht. Außerdem sollen in Toulouse zwei in den Pyrenäen geborgene Wracks aufbewahrt werden.


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Sebastian Steinke


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