29.06.2016
Klassiker der Luftfahrt

Siebenzylinder für SchulflugzeugeSiemens-Sternmotoren Sh 13 und Sh 14

Im Juni 1929 präsentierte das Flugmotorenwerk Siemens & Halske AG seine beiden neuen Familienmitglieder.

Im Prinzip baugleich mit dem Fünfzylinder Sh 13 entwickelte sich besonders der Siebenzylinder SH 14 im Laufe der Jahre zu dem luftgekühlten Sternmotor schlechthin.

Das Reichsluftfahrtministerium (LC 3) entschied 1933 im Zuge der Aufrüstung, den Sh 14 zu einem der Standardantriebe für eine Reihe von Schulflugzeugen zu machen. Focke-Wulf Fw 44, Heinkel He 72, Klemm Kl 31 und 32 sowie Bücker Bü 133 wurden in großen Serien mit der letzten Variante A4 von 160 PS ausgeliefert.

Der „Flugsport“, eine der Vorläuferzeitschriften der FLUG REVUE, veröffentlichte in der Ausgabe 13-1929 die im Wortlaut folgende Beschreibung des ursprünglichen Sh 14 mit 110 PS.
Marton Szigeti


Siemens, die älteste deutsche Stern-Flugmotorenfirma, hat unablässig ihre Motoren weiter entwickelt. Die neueren Typen, der Sh 13 und Sh 14, mit 5 bzw. 7 Cylindern sind aus der Type Sh 10, und Sh 11 hervorgegangen. Durch Vergrößerung der Bohrung wurde, ohne die Lebensdauer und Betriebssicherheit herabzumindern, eine erhebliche Leistungssteigerung erreicht und das Gewicht herabgedrückt. So ist die Type Sh 13 mit einem Leistungsgewicht von nur 1,37 kg/PS um 5 kg leichter geworden als die Type Sh 10 und die Type Sh 14 mit einem Leistungsgewicht von nur 1,22 kg/PS um 8 kg leichter als die Type Sh 11. Die Zylinder von 105 mm Bohrung und 120 mm Hub bestehen aus einer oben offenen, mit einem Aluminiumkühlrippenmantel versehenen Stahllaufbuchse und einem abnehmbaren, aufgebolzten Leichtmetallzylinderkopf. Die Zylinder haben hängende Ventile, die durch Stoßstangen und durch Rollenstößel betätigt werden. Eine einfach gekröpfte Kurbelwelle läuft auf Kugel- bzw. Rollenlagern. Vier bzw. sechs Nebenpleuelstangen sind an dem Kopf der Hauptpleuelstange angelenkt, die über zwei kräftig bemessene Kugellager auf die Kröpfung arbeitet. Beide Motoren besitzen zwei Siemens-Magnetzünder und in jedem Zylinder zwei Siemens-Zündkerzen.

Die Fünfzylindermotoren haben einen und die Siebenzylindermotoren je zwei Sum-Vergaser. Die Anordnung des Düsenstockes am Vergaser gestattet auch bei laufendem Motor eine Änderung der Einstellung. Der Brennstoff fließt dem Vergaser entweder durch eigenes Gefälle zu oder durch Druckluftförderung, wobei die Druckluft von einer am Motor angebauten Luftpumpe erzeugt wird. Für die Oelförderung ist eine doppelte Zahnradpumpe vorgesehen, die die Schmierung selbsttätig bewirkt. Magnetzünder, Vergaser, Luft- und Oelpumpe sind leicht auswechselbar am hinteren Abschlußdeckel angebracht und vom Führersitz aus zugänglich. Die Motoren sind für Zug- und Druckschraubenantrieb geeignet, sie laufen normalerweise entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn, wobei angenommen ist, daß man von vorn auf den Propeller blickt. Auf Wunsch werden die Motoren auch im Uhrzeigersinn laufend geliefert.




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