04.06.2015
Erschienen in: 03/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

V1 Reichenberg restauriertRelikt einer Wahnidee

Selbstmordpiloten sollten sich Ende des Zweiten Weltkriegs mit bemannten Flugbomben auf gegnerische Städte und Schiffe stürzen. Gottlob kam es nicht zum Einsatz der Reichenberg genannten Geräte, die auf der Fieseler Fi 103, auch V1 genannt, basierten. Alexander Kuncze gilt als der beste Experte, wenn es um die Restaurierung einer Reichenberg geht.

Alexander Kuncze ist stolz auf sein Werk. Er hat eines der seltensten Fluggeräte aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut. Im schummrigen Licht der kleinen Werkshalle in Geisenhausen bei Landshut stehen wir vor einer der sechs letzten weltweit noch existierenden originalen Fieseler Fi 103R-IV, besser bekannt als Reichenberg. Das von einem Pulso-Strahlrohr angetriebene, archaisch wirkende Flugzeug entstand 1944 auf der Basis der Flugbombe V1, die als der Vorläufer heutiger moderner Marschflugkörper bezeichnet werden kann.

Am Anfang der Restaurierung standen noch zwei für Laien undefinierbare, verrostete Metallzylinder in der Mitte von Kunczes Halle. In Regalen stapelten sich etliche Einzelteile. Mittlerweile hat sich der vermeintliche Metallschrott unter seinen Händen in die Reichenberg mit der Produktionsnummer 27 zurückverwandelt.

Entgegen der landläufigen Meinung ist die Reichenberg mehr als eine mit einem Cockpit ausgerüstete V1. „Obwohl viele Komponenten von ihr übernommen wurden, unterscheidet sich die Reichenberg von der V1 doch zu rund 80 Prozent“, sagt Alexander Kuncze. Er muss es wissen. Spätestens seit er vor einigen Jahren eine erste Reichenberg für die Flying Heritage Collection des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen restaurierte, darf der 61-Jährige als einer der weltweit beschlagensten Experten für deren Technik gelten.


WEITER ZU SEITE 2: Zahlreiche Änderungen gegenüber der unbemannten V1

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