16.03.2017
Erschienen in: 04/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

New York Nonstop und in Etappen nach Tokio (Teil 2) US-Behörden behinderten zunächst die Rekordflüge

kl 04-2013 Fw 200 Condor (01)

Am 11. August 1938 landete die Focke-Wulf Fw 200 Condor auf dem Floyd Bennett Field. Der erste Nonstop-Flug von Berlin nach New York dauerte mehr als 24 Stunden. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Damit ist die Serie der Aufsehen erregenden Rekordflüge der D-ACON im Jahr 1938 aber noch längst nicht zu Ende. Der am Veto der US-Behörden über New York und den amerikanischen Kontinent gescheiterte Flug nach Tokio soll jetzt auf einer anderen Route stattfinden. Von Berlin-Tempelhof soll es über Basra im südlichen Irak, das pakistanische Karatschi und Hanoi in Vietnam zur japanischen Hauptstadtmetropole gehen. Die Flugroute führte über fast 14000 Kilometer. Ursprünglich sollte die Tour schon kurz nach dem New-York-Flug starten. Doch den Planern machte das RLM als Eigentümer der Condor zunächst einen Strich durch die Rechnung, als es anordnete, die Zusatztanks zu demontieren und das Flugzeug erst einmal als Transporter an das Lehrgeschwader in Jüterbog abzugeben. Hintergrund dazu war die deutsche Okkupation des Sudetenlandes. Erst nach dem Abschluss des Einmarsches stand das Flugzeug wieder zur Verfügung und konnte erneut für den Langstreckenflug vorbereitet werden. Wieder sollte die bewährte Besatzung Henke, von Moreau, Dierberg und Kober fliegen. Zusätzlich stieß der Oberflugzeugfunker/Bordwart Georg Kohne von Focke-Wulf zur Crew. Als Passagier flog Focke-Wulf-Verkaufschef Heinz Junge mit.

Am 28. November 1938 startete die DACON zur ersten, 4097 Kilometer langen Etappe nach Basra. Nach 13 Stunden und 19 Minuten Flugzeit kam sie dort an. Nur 43 Minuten später war die Condor schon wieder in der Luft und auf dem Weg nach Karatschi. Der schnelle Tankstopp war möglich, weil für die 2074 Kilometer lange Etappe nicht alle Tanks befüllt werden mussten. Auch in Karatschi ging es nach zwei Stunden gleich weiter Richtung Hanoi. Mit 4035 Kilometern war dies die zweitlängste Etappe. Auch hier ging alles glatt. Technische Probleme machte die Condor nicht. Nach elfeinhalb Stunden setzte sie in Hanoi auf. Eineinhalb Stunde später startete sie bereits wieder zur letzten Etappe mit 3638 Kilometern Länge. Am 30. November um 22:13 Uhr Ortszeit landete die Crew in Tokio. Zwei Flugweg-Rekorde wurden der FAI zur Ankerkennung gemeldet: Die Strecken Berlin-Hanoi (10206 km) und Berlin-Tokio (13844 km). Erstere hatte die Fw 200 Condor mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 243 km/h (einschließlich der Bodenzeiten für Tankstopps) zurückgelegt. Für die Gesamtstrecke nach Tokio benötigte sie einschließlich der Tankstopps exakt 46 Stunden, achtzehn Minuten. Die reine Flugzeit betrug nur 42 Stunden und eine Minute. Damit war die Condor auf den einzelnen Etappen im Schnitt mit 330 km/h unterwegs gewesen.

Wenige Tage später sollte die Rückreise angetreten werden. Geplant war, über Manila und Batavia (heute Jakarta) auf der von der KLM beflogenen Route über die indonesische Inselwelt nach Amsterdam zu fliegen, um auch die Niederländer von der Leistungsfähigkeit der Fw 200 Condor zu überzeugen. Von dort sollte es dann weiter nach Berlin gehen. In Tokio hatte Verkaufschef Junge seine Mission offenbar erfolgreich erfüllt. Fünf Fw 200 Condor sollte Focke-Wulf an die Manchurian Airways liefern. Niemand ahnte damals, dass schon die erste Etappe nach Manila mit einer Katastrophe enden würde.


WEITER ZU SEITE 3: Der Rückflug von Tokio endete mit einer Notwasserung

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