17.05.2017
Erschienen in: 04/ 2014 Klassiker der Luftfahrt

Paparazzi-Jet (Teil 2) CT-133 dient auch als eigene Testplattform

kl 04-2014 Veteranen Boeing-04

Für Flüge mit höheren Geschwindigkeiten steht der Testmannschaft auch noch diese zivile Northrop T-38 Talon (unten) zur Verfügung. Foto und Copyright: Boeing  

 

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Hier kommen die einzigartigen Flugeigenschaften der Oldies ins Spiel. Als kunstflugtaugliche Trainerversion aus der Lockheed Shooting Star abgeleitet, hat die einfache und robuste CT-133 grundsätzlich sehr gutmütige Flugeigenschaften. Allerdings ist die Hydraulik für die Querruderunterstützung für ihren „toten Punkt“ gefürchtet. Hält man den Steuerknüppel genau in der Mittelstellung, passiert lange nichts. Erst wenn man den leicht schwammigen Mittelbereich verlassen hat, sprechen die Querruder an. Gewöhnungssache – und für die erfahrenen Boeing-Piloten, die hier am Steuer sitzen, kein Problem.

Vorteilhaft ist das breite Geschwindigkeits-und Höhenspektrum der CT-133. Mit nur 260 km/h kann sie einerseits sehr langsam fliegen, kommt aber andererseits auf bis zu 960 km/h Höchstgeschwindigkeit und damit dicht an die Schallgrenze, etwa wenn sehr schnelle Flüge für Flattertests begleitet werden sollen. Außerdem kann sie bis auf 14300 Meter Höhe steigen und schafft auch mehrstündige Missionen ohne Nachtanken. Die kostengünstige CT-133 ist nur einstrahlig und nicht mit einem Nachbrenner ausgestattet und dadurch auch vergleichsweise leise. Dieser Aspekt ist wichtig, denn die Flugteststaffel ist auf dem Stadtflughafen Boeing Field in Seattle beheimatet, in unmittelbarer Nähe der Ingenieurabteilungen und älterer Wohngebiete.

Wenn es schneller gehen soll, kann die Teststaffel auch noch auf ein drittes, moderneres Flugzeug zurückgreifen, eine Northrop T-38 Talon. Die schafft bei Bedarf auch Überschalltempo, ist aber meistens im kalifornischen Palmdale unterwegs.

Die wenig bekannte CT-133-Testflotte gehört zum Boeing-Bereich „Test and Evaluation“. Damit versteht es sich von selbst, dass neben reinen Begleitaufgaben auch eigene Testflüge durchgeführt werden. Zum Beispiel mit neuer Cockpitavionik, wie etwa den so genannten „Highway in the Sky“- Anzeigen, bei denen der Soll-Flugweg dreidimensional auf einem großen Display als Abfolge von Zielpunkten angezeigt wird.

Bei Bedarf können unter den Flügeln jeweils noch Kamera oder Telemetriebehälter installiert werden. Damit kann die CT-133 ihre Bilder auch live an die Zentrale senden. Manchmal gelingen den Crews auch spektakuläre Fotos, die anschließend von Boeing als Werbemotiv verbreitet werden, aber dies ist nicht die Hauptaufgabe der rein technisch orientierten Besatzungen.

Ihr stolzes Alter von 60 Jahren Jahren sieht man den beiden Oldies nicht an. Blank gewienert und ständig von handverlesenen Ingenieuren und Technikern im „Hangar 1“ auf ihrem Heimatflughafen Boeing Field umsorgt, können die nächsten 60 Jahre kommen.


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Sebastian Steinke


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