24.02.2017
Erschienen in: 05/ 2013 FLUG REVUE

Geschwindigkeit zähltNorth American F-100 Super Sabre

Vor über 60 Jahren startete die F-100 zu ihrem Erstflug. Sie war das erste in Serie produzierte Flugzeug, das im Horizontalflug Überschallgeschwindigkeit erreichen konnte.

Triumph auf ganzer Linie: Nach der P-51 Mustang lieferte North American mit der F-86 Sabre wieder einen in enormen Stückzahlen gefertigten Standardjäger der US-Luftstreitkräfte. Diesen Erfolg wollte der Flugzeugbauer fortsetzen. Im Februar 1949 machte sich daher ein Team daran, die Leistungen der F-86 Sabre noch zu verbessern. Unter anderem sollte im Hori-zontalflug Überschallgeschwindigkeit erreicht werden. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stand eine neue, um 45 Grad gepfeilte Tragfläche (zehn Grad mehr als bei der Sabre). Die intern als „Sabre 45“ bekannte Studie beinhaltete auch das bewährte J47-Triebwerk von General Electric, allerdings mit einem Nachbrenner ausgestattet. Zur Erprobung des Konzepts im Flug rüstete North American eine YF-86D mit einem entsprechenden Flügel aus.

Das Interesse der US Air Force hielt sich aber zunächst in Grenzen, da man mit der bisherigen Sabre zufrieden war. Dies än-derte sich erst mit dem Beginn des Koreakriegs, in dem die amerikanischen Jäger erstmals auf die Mikojan MiG-15 trafen. Am 14. Mai 1951 schlug North American das nun als NA-180 bezeichnete Projekt schließlich offiziell dem Militär vor, um Mittel für den Bau zweier Prototypen zu erhalten. Das Vorhaben hatte Erfolg: Am 1. November 1951 bestellte die Air Force die zwei Maschinen. Am 7. Dezember 1951 gab sie dem Muster die Bezeichnung F-100 und legte damit den Grundstein für die berühmte „Century Series“.

Als Antrieb war nun das stärkere und größere XJ57 von Pratt & Whitney vorgesehen. Daher mussten die Ingenieure den Rumpf vergrößern. Der ursprünglich geplante, runde Sabre-Lufteinlauf bekam im Lauf der Entwicklung die für die F-100 typische ovale Form. Die Bewaffnung bestand aus vier 20-mm-Kanonen. Erstmals kam von Anfang an das teure und schwer zu bearbeitende Titan im Heckbereich zur Anwendung. 1954 verbrauchte North American 80 Prozent der gesamten Titan-produktion der USA. Dementsprechend stiegen die Produktionskosten. Trotzdem erweiterte die USAF den Auftrag am 25. Januar 1952 um zunächst 23 Serienmaschinen.

Nach der Fertigstellung der ersten YF-100A (Kennung 52-5754) in Inglewood erfolgte der Straßentransport zur Edwards Air Force Base. Dort startete Testpilot Jack Welch am 25. Mai 1953 zum Jungfernflug, bei dem er direkt die Marke von Mach 1 knackte. Die anschließende Erprobung durch die Air Force zeigte die Leistungsfähigkeit des Jägers, offenbarte aber auch einige Schwächen. So bemängelten die Piloten eine zu geringe Längsstabilität. Am 14. Oktober 1953 hob die zweite YF-100A (52-5755) erstmals von der Piste ab. Sie steht heute mit anderen Vertretern der Century-Serie am Tor der Edwards Air Force Base.


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