02.11.2016
Erschienen in: 01/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Nord AviationNord 500 – Frühzeit der Tiltrotor-Technik

Schon seit den 50er Jahren meinten die Militärs vieler Länder, mit senkrecht startenden Flugzeugen taktische Vorteile erlangen zu können. In Frankreich beschäftigte sich Nord Aviation mit Techniken des Senkrechtstarts. Die Nord 500 diente als Experimentalgerät zur Erprobung schwenkbarer Mantelschrauben.

IN DIESEM ARTIKEL

Die Vorteile von Hubschraubern und die von Flugzeugen verbinden. Dieser Idee hingen die Militärs dies und jenseits des Atlantiks schon in den 50er Jahren nach. Senkrecht starten und landen und gleichzeitig die bis dato geltenden Geschwindigkeitsgrenzen der Hubschrauber überschreiten zu können, war verlockend. Dabei wurde auch daran gedacht, mit solchen unabhängig von ausgebauten Basen und sonstiger Infrastruktur einsetzbaren Fluggeräten taktische Nuklearwaffen ans Ziel bringen zu können.

Unterschiedliche Konzepte wurden entwickelt, unter anderem schwenkbare Schubdüsen und getrennte Schub- und Hubtriebwerke. Nord Aviation mit Hauptsitz in Bourges brachte zunächst ebenfalls Konzepte für senkrecht startende Kampfjets aufs Zeichenbrett. Doch dafür wirklich geeignete Triebwerke waren nicht verfügbar. Ab Beginn der 60er Jahre untersuchten die Ingenieure deshalb Möglichkeiten, schwenkbare, ummantelte Propeller für VTOL-Flugzeuge (Vertical Take-Off and Landing) einzusetzen. Nord, 1954 aus der Verschmelzung der staatlichen SNCAN und SFECMAS entstanden, gehörte damals nach Sud Aviation, Snecma und Dassault zu den großen Vier der französischen Luftfahrtindustrie. Ihr erfolgreichstes Produkt war sicher die Noratlas. In der Senkrechtstart-Technik sah das Unternehmen ein großes Zukunftsfeld.

Bei der Realisierung schwenkbarer Mantelschraubenantriebe, die im Verhältnis zur Triebwerksleistung eine hohe Schubeffizienz versprachen, griff Nord auch auf Erkenntnisse der Firma Jean Bertin zurück. Diese beschäftigte sich schon ab 1958 mit solchen Antrieben. Mehrere Konzepte bis hin zur Nord Rocade für bis zu 40 Passagiere und der noch größeren Grand Rocade, die in gewisser Weise schon Züge der späteren Bell/Boeing V-22 Osprey aufwies, wurden erarbeitet.

Mit der 500 wollte Nord die ummantelten Schwenkrotoren erstmals in der Praxis testen. Sie war ein reines Experimentalflugzeug. Dem Bau gingen viele Windkanaltests voran, die ermutigende Ergebnisse brachten. Die guten Leistungen der ummantelten Fünfblattrotoren schienen die Annahmen zu bestätigen. Auf dem Pariser Aerosalon in Le Bourget stellte Nord 1965 das Projekt mit einem 1:1-Mock-up der Nord 500 erstmals der breiten Öffentlichkeit vor.


WEITER ZU SEITE 2: Zu instabil für den Freiflug

1 | 2 | 3 |     


Weitere interessante Inhalte
Der Bomber, der ein Jäger war Die Do 335 war Deutschlands schnellster Propellerjäger

26.05.2017 - Die Dornier Do 335 war eines der außergewöhnlichsten Flugzeuge des Zweiten Weltkriegs. Sie bot über­ragende Flug­leistungen, kam allerdings nicht mehr zum Einsatz. Nach dem Krieg wurden die erbeuteten … weiter

Temora Aviation Museum Jet-Oldies sollen wieder fliegen

24.05.2017 - Das Temora Aviation Museum in Australien hat die vermutlich größte Meldung in seiner Geschichte veröffentlicht. Die English Electric Canberra und de Havilland Vampire des Museums werden wieder … weiter

Vor 72 Jahren Sea Vampire als erstes Strahlflugzeug auf einem Flugzeugträger gelandet

24.05.2017 - Am 3. Dezember 1945 setzte Navy Testpilot Eric Brown zur ersten Landung eines Strahlflugzeugs auf einem Trägerdeck an. Extra dafür wurde die Vampire mit um 40 Prozent vergrößerten Landeklappen und … weiter

Europas größtes Luftfahrtmuseum Musée de l'Air et de l'Espace

24.05.2017 - Das Musée de l’Air et de l’Espace in Paris ist eine Ikone in der Museumslandschaft. Kein anderes europäisches Museum bietet einen so umfangreichen Blick auf die Entwicklung der Luft- und Raumfahrt. … weiter

SNACSE Armagnac Die SE 2010 sollte den Langstrecken-Luftverkehr revolutionieren

24.05.2017 - Die französische Luftfahrtindustrie versuchte nach dem Zweiten Weltkrieg, an ihre Vorkriegserfolge anzuknüpfen. Die SE 2010 Armagnac wurde mit zu schwachen Antrieben ins Rennen geschickt und erfüllte … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 04/2017

Klassiker der Luftfahrt
04/2017
10.04.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Focke-Wulf Fw 190
Mitsubishi J8M
Cessna O-1 Bird Dog
RAF-Museum
Douglas A-26 Invader
Junkers K 30
Lend-Lease für die Sowjetunion
Albatros Flugzeugwerke
Modellträger