31.01.2017
Klassiker der Luftfahrt

Schrecken deutscher AngreiferNachtjäger de Havilland D.H.98 N.F. Mosquito

Die deutschen Angreifer während der Luftschlacht um England abzuwehren war anfangs mehr Glückssache, aber der Einbau von Radaranlagen sollte das bald ändern. Als dank ständiger Verbesserungen die Antennen auch in die schlanken Rümpfe der de Havilland D.H.98 Mosquito passten, schlug deren Stunde als Nachtjäger.

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Gegen den Widerstand der britischen Ministerialbürokratie hatte Geoffrey de Havilland Ende der 1930er Jahre seinen Schnellbomber D.H.98 Mosquito gebaut, der erst nach einigen Aufsehen erregenden Demonstrationen die Genehmigung zum Serienbau erhielt. Zu sehr waren die Beamten und Militärs des Luftfahrtministeriums von Vorbehalten gegen die Holzbauweise erfüllt, obwohl de Havillands Schnellverkehrsflugzeug D.H.91 Albatross deren Vorteile mehr als eindrucksvoll nachgewiesen hatte. Auch die Hauptargumente des Firmengründers, die Einsparung kriegswichtiger Metalle und die sehr glatte Oberfläche eines solchen Flugzeuges, fanden anfangs kein Gehör. Das Ministerium wünschte sich vor allem viermotorige, stark bewaffnete Bomber mit großer Besatzungsstärke, weil man sich einfach nicht vorstellen konnte, dass zwei Mann in einem unbewaffneten Bombenflugzeug feindlichen Jägern davonfliegen und dabei noch erfolgreiche Angriffe führen könnten.

Als nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Paris die Bedrohung für Großbritannien immer absehbarer wurde, sollte das Mosquito-Programm sogar zugunsten der Serienproduktion vorhandener Typen gestoppt werden, darunter der Ausstattung Hunderter Schuldoppeldecker Tiger Moth mit Bombenaufhängungen! Erst als de Havilland zusagte, bis zum Sommer 1941 immerhin 50 Exemplare des Schnellbombers zu liefern, ohne die übrigen Produktionsaufträge zu vernachlässigen, erhielt er die Genehmigung dafür. Am 25. November 1940 erhob sich der erste Prototyp EO 234 (später W 4050) unter Geoffrey de Havilland jr. und John Walker zum Jungfernflug, und bereits am 29. Dezember jenes Jahres erfolgte die erste öffentliche Vorführung vor hohen Regierungsund Royal-Air-Force-Vertretern. Sie war so erfolgreich, dass das Ministerium bereits am nächsten Tag 150 Exemplare in Auftrag gab, die aber zuerst in der Aufklärer- und Jägerversion gebaut werden sollten.

Für all diese Verwendungen war das Flugzeug bestens geeignet, hatte es doch nicht nur einen großen Bombenschacht zur Aufnahme von Abwurfwaffen oder Luftbildkameras, sondern auch, dank der optimalen, aerodynamischen Spindelform des Rumpfes, viel Platz in der Rumpfnase für die Aufnahme von Kanonen und MGs. Der Prototyp der Jägerversion (W 4052) wurde am 5. September 1941 vorgestellt, und am 16. September folgte der erste Höhenjäger, während die Bombervariante ohne Bordwaffen blieb. Ein Test, bei dem man hier die Öffnungen für die Maschinengewehre überklebte, ergab sogar einen Geschwindigkeitszuwachs von sechs Stundenkilometern. Beim Bomber setzte man also nach wie vor auf seine hohe Geschwindigkeit.


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