07.03.2017
Erschienen in: 02/ 2017 Klassiker der Luftfahrt

Japanisches JagdflugzeugMitsubishi A5M — Der Weg in die Unabhängigkeit

1932 wollte die japanische Marineluftwaffe den Sprung weg von Flugzeugen aus dem Ausland schaffen. Man stapelte tief. am Ende erfüllte die A5M alle an sie gestellten Forderungen und konnte diese teilweise sogar übertreffen.

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Die japanische Regierung setzte bei der Beschaffung neuer Flugzeuge aufgrund mangelndem Know-how schon immer auf ausländische Hersteller. Lange Zeit galten europäische Unternehmen in Japan als marktführend, wenn es um moderne und leistungsfähige Flugzeuge ging. Besonders Deutschland betrieb nach dem Ersten Weltkrieg einen regen Handel mit der japanischen Flugzeugindustrie. Heinkel und Junkers profitierten am meisten von diesen Beziehungen. Wenn die japanische Marine beispielsweise einen neuen Aufklärer benötigte, kaufte sie entweder ein bereits auf dem Weltmarkt verfügbares Muster ein oder gab Heinkel und Co. einen Auftrag, ein den japanischen Vorgaben entsprechendes Flugzeug zu entwickeln. Ein japanischer Flugzeugbauer erhielt im Anschluss die Fertigungslizenz für das neue Muster, um es im Lande zu produzieren. Dieses Vorgehen sorgte zwar für stets moderne Flugzeuge, führte aber zwangsläufig zu einer starken Abhängigkeit von der ausländischen Rüstungsindustrie. Deshalb startete die Marine 1932 ein umfassendes Programm mit dem Ziel, von Importen unabhängig zu werden.

Die Marineführung forderte unter anderem ein neues Jagdflugzeug. Doch die strikten Vorgaben der Ausschreibung konnte kein heimischer Flugzeugbauer erfüllen, weshalb man erst einmal auf eine Zwischenlösung zurückgreifen musste. 1934 wagte man einen neuen Versuch: Die Eckdaten für das neue trägergestützte Jagdflugzeug waren unter anderem eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h auf 3000 Metern Höhe, eine Steigleistung auf 5000 Meter in 6 Minuten und 30 Sekunden und eine Bewaffnung von zwei 7,7-mm-Maschinengewehren. Außerdem durften weder Länge noch Spannweite die 11-Meter-Marke überschreiten, da das Flugzeug sonst zu groß für die Aufzüge an Bord der japanischen Flugzeugträger gewesen wäre.

Anfangs dachte die Marine, dass dieses Projekt unmöglich zu realisieren sei. Besonders die Geschwindigkeitsanforderungen wirkten surreal. Wie sich herausstellte, unterschätzte man die Fähigkeiten der heimischen Industrie erheblich. Ein Designteam unter der Leitung von Jiro Horikoshi begann bei Mitsubishi umgehend mit der Arbeit am Projekt mit der Bezeichnung Ka-14. Die Mannschaft entwickelte einen schlanken Tiefdecker mit invertierten Knickflügeln in Ganzmetallbauweise. Das Fahrwerk war, wie für Flugzeuge dieser Zeit üblich, nicht einziehbar, und das Cockpit stand offen. Ein Sternmotor vom Typ Kotobuki 5 diente als Antrieb. Dieser erreichte eine Maximalleistung von 600 PS.

Die Arbeiten an dem Projekt kamen sehr gut voran, sodass bereits am 4. Februar 1935 der erste Prototyp des Jägers in die Lüfte steigen konnte. Es war schnell klar, dass alle Befürchtungen bezüglich der Geschwindigkeit unbegründet waren: Die Ka-14 war mit 450 km/h Höchstgeschwindigkeit ganze 100 km/h schneller, als von der Marine verlangt. Auch andere Flugeigenschaften entpuppten sich zum Großteil als positiv. Ein Kritikpunkt seitens der Testpiloten war, dass der neue Jäger beim Nicken leicht ins Schwimmen geriet. Um dieses und andere Probleme in den Griff zu bekommen, setzte das Konstrukteursteam beim zweiten Prototyp umfassende Verbesserungen um. Sie betrafen hauptsächlich die Tragflächen, die nun keine invertierten Knickflügel mehr waren. Man integrierte Spreizklappen, um die ebenfalls bemängelten Landeeigenschaften zu verbessern. Sogar die Motorleistung erfuhr noch einmal eine Steigerung um 115 PS auf nun 715 PS (533 kW).


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Kristoffer Daus


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