01.03.2017
Erschienen in: 02/ 2017 Klassiker der Luftfahrt

Russisches Jagdflugzeug (Teil 2)

kl 02-2017 MiG-15 (03)

Eine MiG-15UTI mit NVA-Personal in Mosambik. Die MiG wurde in viele Länder exportiert. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Die MiG überzeugte schließlich, und so erteilte die Regierung einen Auftrag für die Serienfertigung des Jägers. Nach der offiziellen Erprobung durch das wissenschaftliche Forschungsinstitut, für das hauptsächlich Juri A. Antipow zuständig war, begannen zwei große Werke mit der Produktion der nun MiG-15 genannten Maschine. Das kopierte Nene-Triebwerk, welches kaum geändert worden war – lediglich die Umstellung auf das metrische System war erfolgt – wurde im Werk 45 in Moskau gebaut. Die Bezeichnung für das Triebwerk lautete RD-45.

Die MiG-15 (Codename „Fagot“) überzeugte vor allem durch ihre Einfachheit. Wenn man sie oberflächlich mit früheren deutschen Projekten verglich, fand man einige Gemeinsamkeiten. Doch bei genauerer Betrachtung wurde klar, dass sie eine vollkommen neue Konstruktion war. Die Tragflächen verliefen in einem Stück durch die Mitte des runden Rumpfs. Das Cockpit saß weit vorne, und der Lufteinlass verlief von der offenen Nase an den Seiten des Rumpfs und dann ober- und unterhalb entlang der Tragflächen zum Triebwerk. Der gesamte hintere Bereich konnte demontiert werden, um Arbeiten am Triebwerk, wie dessen Wechsel, vorzunehmen.


kl 02-2017 MiG-15 (04)

In Polen wurde der schnelle Jäger in Lizenz gefertigt. Dort kannte man ihn in der Version mit der Bezeichnung Lim-2A. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Der neuen, funktionell überzeugenden Flügel hatten eine negative V-Stellung von zwei Grad. Auf der Oberfläche waren zwei große Grenzschichtzäune montiert worden, um die Axialströmung aufrechtzuerhalten. Die Querruder arbeiteten hydraulisch, und die Fowler-Landeklappen vergrößerten mit dem Ausfahren die Flügelfläche. Das Fahrwerk war, wie bei vielen Mustern des Hauses Mikojan, einfach gestaltet. Die großen Räder – an einer stabilen Hebelaufhängung – boten auch beim Einsatz von unbefestigten Pisten aus viel Bodenfreiheit und Sicherheit. Die Bewaffnung sah ursprünglich eine N-37- und zwei NS-23-Bordkanonen vor. Anfangs wurden jedoch nur die zwei 23-mm-Kanonen eingebaut. Ab 1949 wurde die N-37 mit eingesetzt. An den Flächen konnten bei Bedarf sowohl Zusatztanks als auch zwei 250-Kilogramm-Bomben mitgeführt werden.

Ihr Einsatzdebüt hatte die MiG-15 im Koreakrieg 1950, wo sie in den ersten Kämpfen den amerikanischen Mustern noch deutlich überlegen war. Erst mit dem Eintreffen verbesserter F-86-Sabre-Versionen war das Kräfteverhältnis wieder ausgeglichen. Einschließlich der in Polen, der Tschechoslowakei und China in Lizenz gebauten Versionen wurden über 18 000 MiG-15 gebaut. Heute fliegen noch einige MiG-15 in privaten Händen in Europa und den USA.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 02/2017


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Philipp Prinzing


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