11.05.2017
Klassiker der Luftfahrt

Messerschmitts Projekt Me 408Mit 700 km/h von Haus zu Haus

Es sollte kein Wunschtraum mehr bleiben, mit 700 km/h von Haus zu Haus zu fliegen. Professor Willy Messerschmitt projektierte Mitte der 60er Jahre den "Roto-Jet" Me 408, der wirtschaftlicher als alle anderen Senkrechtstarter-Konzepte und schneller als jeder Hubschrauber fliegen sollte.

Das neue Messerschmitt-Projekt trug die Bezeichnung Me P. 408 Rotor-Jet und war als sechssitziges Geschäftsreise- und Verbindungsflugzeug ausgelegt. Die große Neuerung des Ganzmetall-Hochdeckers waren zwei Hubrotoren an den Flügelenden, die das ganze Flugzeug wie einen Hubschrauber senkrecht in die Luft heben und ebenso zur senkrechten Landung zu Boden bringen können. Hatte das Flugzeug vom Boden abgehoben, sollte es zunächst wie ein Hubschrauber auf Kurs gehen. Bei Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit sollten die bis dahin über Fernwellen vom Triebwerk angetriebenen Rotoren vom Antrieb abgekoppelt werden, um dann mit positivem Anstellwinkel in einem „Tragschraubermodus“ weiter Auftrieb zu erzeugen. Im Reiseflug sollte der „Rotor-Jet“ dann ganz auf den Auftrieb durch die Rotoren verzichten können und als normaler Jet mit einer Geschwindigkeit bis zu 750 km/h weiterfliegen. Um den schädlichen Luftwiderstand der Rotoren auszuschalten, sollten diese nach dem Übergang in den Reiseflug sich zusammenfalten und in zwei Außenbehältern an den Flügelenden, die gleichzeitig als Treibstofftanks dienen sollten, einfahren. Nun hatte das neue Messerschmitt-Flug­zeug ganz das Aussehen jedes normalen Jets und sollte auch dessen hohe Reisegeschwindigkeiten erreichen.

Zur senkrechten Landung sollten bei verminderter Geschwindigkeit die Rotorblätter aus ihren Behältern ausfahren, das Flugzeug sich im Übergang zum Langsamflug wieder zu einem Hubschrauber verwandeln und wie ein solcher senkrecht auf kleinstem Raum landen.


WEITER ZU SEITE 2: Messerschmitt sah viele Einsatzmöglichkeiten für den "Roto-Jet"

1 | 2 | 3 |     


Weitere interessante Inhalte
Im Detail Messerschmitt Me 262

19.05.2017 - Die Messerschmitt Me 262 gehört zu den bahnbrechenden Entwürfen im Flugzeugbau: blitzschnell, schwer bewaffnet und in zahlreichen Versionen und Varianten wurde der Jagdbomber für die Luftwaffe … weiter

Bild der Woche KW 20/2017 Messerschmitt Bf 110

15.05.2017 - Am 12. Mai 1936 flog der Prototyp der Messerschmitt Bf 110 erstmals. Im Cockpit saß Testpilot Dr. Hermann Wurster. Für zwei Mann ausgelegt und mit zwei Motoren ausgerüstet wurde der Tiefdecker in die … weiter

Messerschmitt Bf 109 G-12 Doppelsitzer jetzt mit Merlin

11.05.2017 - Nach dem erfolgreichen Erstflug im vergangenen Jahr und der Überführung nach Usedom, erhielt die einzigartige Messerschmitt Bf 109 G-12 jetzt zusätzliche Modifikationen, durch die die … weiter

Hispano HA-112 MIL Wüsten-Buchon nach Deutschland verkauft

11.05.2017 - Die Population der fliegenden deutschen Klassiker wächst immer weiter. Neusten Meldungen nach wurde die Hispano Aviación HA-1112 G-AWHE, ein Lizenzbau der Bf 109, nach Deutschland verkauft. Der mit … weiter

Die älteste fliegende Taifun Bf 108 Taifun in Traditionsfarben

26.04.2017 - Sie besticht noch immer durch ihre elegante Erscheinung und ihr grandioses Flugverhalten: die BFW (Messerschmitt) Bf 108. Eine Haltergemeinschaft in Reichelsheim hat den seltenen Klassiker in Dänemark … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 05/2017

Klassiker der Luftfahrt
05/2017
29.05.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Die deutschen Einflieger
Stinson L-5
Serie Motor Hispano-Suiza
Klemm L25
AEG-Flugzeuge
Supermarine Spitfire
Douglas C-47
Hawker Hurrican