27.02.2017
Klassiker der Luftfahrt

Neue Technologie für den Standard-JägerMesserschmitt Bf 109 – Der Weg zum Prototyp

Wäre es nach dem Willen Erhard Milchs, Görings zweitem Mann im Reichsluftfahrtministerium, gegangen, hätte Willy Messerschmitt für die Bayerischen Flugzeugwerke nie wieder ein Flugzeug konstruieren dürfen.

Dass die BFW dennoch zu einem der größten Rüstungskonzerne des Deutschen Reiches wurden, verdanken sie in erster Linie einem Entwurf von Messerschmitts Rivalen Robert Lusser - der Bf 109.

Willy Messerschmitt stand zu Beginn der 30er Jahre das Wasser bis zum Hals. Seit 1927 beschäftigte sich sein unter dem Dach der BFW angesiedeltes Büro Messerschmitt Flugzeugbau GmbH ausschließlich mit der Neuentwicklung von Flugzeugmustern, die vom Augsburger Werk in Serie gefertigt werden sollten. Messerschmitt war zu diesem Zeitpunkt nicht unumstritten. Als technischem Leiter der BFW wurde ihm vorgeworfen, sich zu sehr in technischen Details zu verlieren, damit habe er zugleich die drohende Insolvenz des Unternehmens mit verursacht. Hausintern wurden die BFW spöttisch als „Bastel-Flying-Works“ bezeichnet, wie sich der ehemalige Firmendirektor Eberhard Schmidt erinnerte.

Die schwierige Situation bei den BFW verschärfte sich noch im Sommer 1931 durch die Annullierung eines Lufthansa-Auftrages über zehn M-20-Verkehrsflugzeuge. Wegen mehrerer technisch bedingter Abstürze galt die M 20 als unsichere Konstruktion. Erhard Milch, zu diesem Zeitpunkt noch Direktor der Lufthansa, hatte Willy Messerschmitt im Streit die volle Verantwortung zugeschoben. Ausgelöst durch diesen Disput, entwickelten die beiden Kontrahenten auf der persönlichen Ebene eine Abneigung gegeneinander, die sich auch in den folgenden Jahren, als Milch zum Kopf des RLM wurde, nicht verbesserte.

Seit 1933 wehte über den Flugplätzen und Fabriken Deutschlands ein schärferer Wind. Das bereits von der Reichswehr konzipierte Rüstungsprogramm wurde nun von Hermann Göring und Milch von der Sparflamme auf Großserienbau umgestellt.


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