03.11.2016
Erschienen in: 04/ 2014 FLUG REVUE

Jetbomber der US Air ForceMartin XB-48: Ohne jede Chance

Die sehr konventionell ausgelegte XB-48 trat im Wettbewerb um einen neuen Jetbomber der US Air Force gegen die Boeing B-47 an. Allerdings konnte das Martin-Muster nicht mit den Leistungen mithalten, die der Stratojet dank seines Pfeilflügels erreichte.

martin-xb-48-luftaufnahme

Martin XB-48 im Flug. Foto und Copyright: US Air Force  

 

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Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wollten die US Army Air Forces auf dem Gebiet der Strahlflugzeuge nicht zurückfallen und forderten neben neuen Jägern auch die Entwicklung von jetgetriebenen Bombern. Am 17. November 1944 erstellten die Streitkräfte die Spezifikation für einen Bomber mit einer Reichweite von rund 4800 Kilometern, einer Geschwindigkeit von 885 km/h und einer Flughöhe von 12200 Metern. Wenig später erweiterte man die Anforderung um die Möglichkeit, auch schwere Bomben wie die 4500 Kilogramm schwere M-121 zu befördern. Natürlich spielten hier die noch geheimen Nuklearwaffen eine wichtige Rolle. Mehrere Firmen reichten entsprechende Entwürfe ein. Um auf Nummer sicher zu gehen, wählte das Militär gleich vier Vorschläge aus: die XB-45 von North American, die XB-46 von Convair, die XB-47 von Boeing und die XB-48 von Martin. Letztere war als Model 223 entstanden. Am 9. Dezember 1945 vergab das Air Technical Service Command den Auftrag zum Bau einer Attrappe in Originalgröße. Als Antriebe für alle Muster standen die gerade bei General Electric in der Entwicklung befindlichen Turbojets TG-180 und TG-190 zur Wahl.

Trotz des Kriegsendes lief die Entwicklung ohne Einschränkungen weiter. Ganz im Gegenteil: Die Auftraggeber sahen sich unter Zeitdruck und entschlossen sich sogar, statt des geplanten Vergleichsfliegens eine Vorentscheidung zu treffen, je nachdem, welcher Typ zuerst in Dienst gehen könnte. Da die vierstrahligen XB-45 und XB-46 am fortgeschrittensten waren, wurden sie vorgezogen.

Am 17. März 1947 startete die XB-45 zu ihrem Jungfernflug. Die XB-46 folgte nur knapp zwei Wochen später, am 2. April. Trotz der aerodynamisch sauberen Linien blieben die Flugleistungen des Convair-Jets hinter den Erwartungen zurück, und der Serienauftrag ging an den Kandidaten von North American, der als B-45 Tornado zum ersten in Serie produzierten Jetbomber der USA wurde.


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Patrick Hoeveler


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