04.05.2017
Klassiker der Luftfahrt

Aufklärungsflugboot (Teil 3) Mehr als 1200 Flugzeuge aller Versionen

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Von der nachfolgenden D-Version wurden 201 Maschinen gebaut. Sie verfügten über leistungsstärkere Motore R-2600-22 mit jeweils 1395 kW und verstellbaren Vierblattluftschrauben. Bis auf zwei 1500-Liter-Zusatztanks, die als Rüstsatz in den Waffenschächten installiert werden konnten, waren alle anderen Tanks nunmehr selbstdichtend ausgelegt. Die Bewaffnung hatte man um zwei 12,7-mm-MGs verstärkt, und unter den Flügeln konnten zwei Torpedos Mk.13 transportiert werden.

Für die Bekämpfung deutscher und japanischer U-Boote diente die nachfolgende Version PBM-3S (156 Exemplare) mit einem auf 12000 Liter vergrößerten Kraftstoffvorrat. Damit waren Reichweiten von bis zu 5000 Kilometern möglich. Eine mit zwei 18-Zylinder-Doppelsternmotoren R-3350-8 Duplex Cyclone (je 1620 kW/2200 PS) angetriebene PBM-4 allerdings ging nicht in Serie, wohl aber die PBM-5, von der die Navy Anfang 1944 mehr als 1000 (!) Maschinen in Auftrag gab. Hier kamen erstmals Motoren des Typs Pratt &Whitney R-2800-34 Double Wasp zum Einsatz, wodurch sich die Geschwindigkeit und die Reichweite der Maschinen erhöhte. Eine Ableitung mit dem tropfenförmig verkleideten ASW-Suchradar AN/APS-15 wurde als PBM-5E, eine U-Jagdvariante mit Spezialgerät als PBM-5S bezeichnet. Den Abschluss bildeten 36 PBM-5A, die mit einziehbarem Fahrwerk als Amphibien gebaut wurden und noch Anfang der 1950er Jahre bei der US Coast Guard für Such- und Rettungseinsätze flogen. Alle PBM-5 konnten mit Hilfe von jeweils vier JATO-Zusatzraketen am Heck ihre Startstrecke wesentlich verkürzen.

Als der Zweite Weltkrieg im August 1945 mit der japanischen Kapitulation endete, reduzierte die Navy ihre Bauaufträge drastisch. Die Serienfertigung der Mariner endete schließlich im April 1949 nach 1289 ausgelieferten Maschinen, von denen einige nach dem Krieg auch an die Marineflieger Australiens, Uruguays und der Niederlande (17 Stück) geliefert wurden. Die US-Küstenwache stellte ihre letzten Mariner 1958 außer Dienst. Von all diesen Flugbooten hat nur ein einziges überlebt, das sich im Besitz des National Air and Space Museums befindet und als Leihgabe im Pima Air & Space Museum in Tucson, Arizona, ausgestellt wird.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 02/2008


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Matthias Gründer


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