04.05.2017
Klassiker der Luftfahrt

Aufklärungsflugboot (Teil 2) Dienstbeginn in großer Stückzahl

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Ab September 1942 wurde der erste Aufklärungsbomber PBM-3C ausgeliefert, der dem Transporter weitgehend entsprach, jedoch bewaffnet und zum Teil gepanzert war. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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In weniger als zwei Jahren nach der Auftragserteilung war der von der Navy finanzierte Prototyp XPBM-1 fertiggestellt, die am 18. Februar 1939 zum Jungfernflug abhob. Seine normale Startmasse lag bei 18490 Kilogramm, und in 3600 Metern Höhe erreichte die Maschine 340 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Mit 450 Kilogramm Bombenlast erreichte man bei den Testflügen mehr als 5000 Kilometer Reichweite.

Nach Abschluss der Werkserprobung übernahm die Navy den Prototyp und setzte ihn auf der Naval Air Station in Norfolk, Virginia, als Versuchsträger für neue Waffen ein. Indessen wurde auch die erste Serienmaschine ausgeliefert, die am 1. September 1940 bei der Aufklärungsstaffel VP-55 den Truppendienst aufnahm. Die Mehrzahl der übrigen 19 Maschinen wurden von der VP-74 übernommen. Die Serienexemplare unterschieden sich vom Prototyp nur durch ein neu gestaltetes, V-förmiges Höhenleitwerk.

Noch vor dem Ende der Fertigung der PBM-1 gab die US Navy zwischen August 1940 und September 1941 weitere 379 Maschinen der Version PBM-3 und 180 der PBM-4 in Auftrag, während von der XPBM-2 nur ein Musterflugzeug gebaut wurde. Diese Maschine war ein Langstreckenaufklärer für Katapultstarts und verfügte über einen Kraftstoffvorrat von 18230 Litern.

Änderungen beziehungsweise Verbesserungen an der Konstruktion wurden ab der PBM-3 wirksam. Dazu gehörten jetzt größere, wenn auch nicht mehr einziehbare Stützschwimmer, verlängerte Triebwerksgondeln, ein um rund einen Meter verlängerter Rumpf und leistungsstärkere Antriebe der Cyclone-Version R-2006-12. Die ersten 50 Maschinen mit verstärktem Frachtraumboden und seitlichen Ladeluken wies die Navy noch als unbewaffnete Transporter PBM-3R dem Naval Air Transport Service (NATS) zu. Sie konnten 20 voll ausgerüstete Soldaten oder ein entsprechendes Nutzlastäquivalent befördern.

Ab September 1942 wurde dann auch der erste Aufklärungsbomber PBM-3C ausgeliefert, der dem Transporter weitgehend entsprach, jedoch bewaffnet und zum Teil gepanzert war. Zudem wurde später hinter dem Cockpit ein Suchradar installiert. Von dieser Version wurden 272 Exemplare gebaut, bevor die Serienfertigung zur -B wechselte, von der im Rahmen des Pacht- und Leihvertrages 25 Maschinen an die Royal Air Force gingen. Die erste traf am 20. Oktober 1943 in Großbritannien ein und bildete den Grundstock für die No.524 Squadron des Coastal Command in Oban. Doch schon sechs Wochen später lösten die Briten diese Staffel wieder auf und gaben 13 Flugzeuge an die US Navy zurück. Die restlichen zwölf wurden der Royal Australian Air Force übergeben. Über die Gründe für das nur kurze Gastspiel schweigen sich selbst britische Quellen aus.


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Matthias Gründer


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