03.05.2017
Erschienen in: 02/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Im Schleichflug an den Feind (Teil 2) Abschluss mit einer gründlich überarbeiteten Baureihe

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Diese verfügten über neue Wright Cyclones R-3350-32W mit Wassereinspritzung sowie leistungsgesteigerte Turbojets J-34-WE-36. Die 25 für Kanada bestimmten Flugzeuge der Modellreihe 826 wurden zunächst ohne diese Zusatzantriebe ausgeliefert, später jedoch nachgerüstet. Mit 675 km/h Spitzengeschwindigkeit waren die -7er die schnellsten aller Neptunes. Sie konnten eine Waffenlast von rund 4 500 Kilogramm schleppen, hatten eine neu gestaltete Cockpitverglasung für bessere Rundumsicht und ein weiter nach vorn versetztes APS-20-Radar in größerer Verkleidung unter dem Rumpf.

Ganz am Anfang hatten auch die -7er noch Bug- und Heckbewaffnung, doch verzichtete man bald wieder darauf. Zu den Spezialausführungen gehörten vier -7LP (LP-2J) mit Aluminiumskiern und jeweils 16 JATO-Zusatzraketen für Starts in arktischen Schneegebieten sowie vier weitere AP-2H. Diese dienten zuerst als reine ECM-Flugzeuge in Vietnam, wurden aber später umgebaut, um den Ho-Chi-Minh-Pfad zwischen Nord- und Südvietnam elektronisch zu markieren. Für vorrangige Einsätze bei Nacht und Nebel verfügten sie über zahlreiche Infrarot- und Restlichtdetektoren. Oft trugen sie bei ihren Flügen auch Bomben, Napalmkanister oder 7,62-mm-Miniguns mit, die schräg nach unten schießend installiert worden waren.

Geheimnisumwittert waren stets die Einsätze der sieben in Diensten der US Air Force stehenden RB-69A (-7U), die schwarz lackiert und unter anderem mit Seitensichtradar ausgerüstet immer an den Brennpunkten des Kalten Krieges zu finden waren. Man vermutet, dass sie zur Funk- und Radaraufklärung entlang der Grenzen Chinas und der UdSSR flogen und oft genug auch in deren Luftraum eindrangen. Solche Einsätze endeten erst, als mit dem Abschuss der U-2 von Gary Powers am 1. Mai 1960 bekannt wurde, dass die Sowjets über weit reichende Luftabwehrraketen verfügten.

Großbritannien setzte insgesamt 52 Neptunes für Patrouillenaufgaben ein und gab neun davon an die Royal Australian Air Force weiter. Bei der RAF standen die Flugzeuge ab Januar 1952 bei vier Geschwadern im Dienst und wurden 1956/1957 abgelöst. Kanada bildete mit den 25 P2V-7 drei Staffeln, und in Frankreich wurden die Flugzeuge gar gegen die algerische Befreiungsbewegung eingesetzt. Schließlich dienten die letzten Maschinen noch bis in die 1980er Jahre der Beobachtung französischer Nuklearwaffentests. Ab 1985 wurden alle französischen Neptunes von Breguet Atlantic abgelöst. Auch die niederländischen Neptunes sahen Kampfeinsätze in den Kolonien in Westindien und Neuguinea. Als sie nach und nach ausgemustert wurden, gingen zwölf P2V-5F an Portugal. Schließlich übernahmen Argentinien und Brasilien noch ein paar gebrauchte Exemplare aus europäischen Diensten, und in Japan wurden nach einer ersten Lieferung von zwölf -7ern noch 48 weitere Flugzeuge von Kawasaki in Lizenz gebaut. Nach und nach jedoch erfolgte weltweit der Ersatz durch die viermotorige P-3A Orion. Einige Maschinen waren noch ein paar Jahre lang als Wasserbomber gegen Waldbrände eingesetzt. Heute fliegt keine mehr.

Teil 1: Lockheed P-2 Neptune - U-Boot-Jäger

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 02/2013


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