22.02.2017
Erschienen in: 02/ 2014 FLUG REVUE

Ritt auf dem FeuerstuhlLockheed F-104G Starfighter ZELL: Start aus dem Stand

In den 60er Jahren plante die Luftwaffe im Ernstfall den Einsatz von mit Nuklearwaffen bestückten Starfightern unabhängig von verwundbaren Flugplätzen. Mit Hilfe einer Startrakete sollten die Jets aus dem Stand in den Einsatz starten. Wir sprachen mit Horst Philipp, dem einzigen deutschen ZELL-Piloten, über die spektakuläre Erprobung des Zero-Length-Launch-Systems.

Der Testpilot im Cockpit des Starfighters drückt den ZELL-Hauptschalter. Mit einer kaum registrierbaren Verzögerung zündet das Raketentriebwerk unter dem Heck der F-104G. Der Start sieht absolut spektakulär aus. „Die Beschleunigung lag bei 2 g und ließ sich locker ertragen. Das Flugzeug reagierte sofort auf den Seitenwind mit einer Rollbewegung nach Lee. Gleichzeitig drehte die Nase in den Wind. Während ich mich vorher darauf konzentriert habe, dass ich schnell genug zum Schleudersitzgriff komme, falls nach dem Drücken des ZELL-Knopfes irgendwas schiefläuft, versuchte ich jetzt, gegenzusteuern. Aber das war wie erwartet zunächst bis etwa 100 bis 120 Knoten wirkungslos . Dann reagierte die Maschine und tat genau das, was man ihr befahl. Ich wartete die Brennzeit ab und beobachtete, wie die Geschwindigkeit stieg und sich nach dem Abschalten des Nachbrenners stabilisierte. Dann folgten ein kurzer Check des Flugverhaltens mit dem Booster als Außenlast unter dem Rumpf, der Anflug des Abwurfplatzes aus einer großen Platzrunde und der Abwurf des leer gebrannten Boosters", erinnert sich Horst Philipp heute im Gespräch mit der FLUG REVUE. Damit führte am 5. Juli 1966 der erste deutsche Testpilot in Lechfeld den Raketenstart eines Starfighters durch.


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Patrick Hoeveler


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