24.03.2017
Klassiker der Luftfahrt

Klemm 35DHilfe für den Wiederaufbau

Der 6. Juli 2016 war kein schöner Tag für Werner Ammann und seinen Sohn. Auf dem Weg nach Old Warden versagte der Motor der 76 Jahre alten Klemm 35D und die beiden mussten in einem Kornfeld notlanden. Jetzt sucht der Schweizer Unterstützer für den Wiederaufbau des historischen Flugzeugs.

Klemm 35D_Amman

Werner Amman sucht Hilfe beim Wiederaufbau seiner Klemm 35D. Foto und Copyright: via Werner Ammann  

 

Die Klemm 35D ist eine Rarität. Flugzeugingenieur Hanns Klemm entwickelte sie in Böblingen und präsentierte sie im Rahmen der Internationalen Luftfahrtschau im Oktober 1935 in Mailand. Der als Schul- und Sportflugzeug konzipierte Tiefdecker weckte das Interesse der schwedischen Luftwaffe, die daraufhin 75 Flugzeuge in Auftrag gab. Die Lieferung ins Ausland trug maßgeblich dazu bei, dass es heute noch flugtaugliche Modelle gibt, denn die Klemm, die sich in deutschem Besitz befanden, wurden im Zuge der Demilitarisierung in der Nachkriegszeit weitgehend zerstört.

Werner Ammann aus Madetswil, Zürich, macht als junger Flugzeugmechaniker Bekanntschaft mit der Klemm 35D. 1968 erwirbt er die D-EJUL, importiert sie in die Schweiz, wo sie das Kennzeichen HB-UBK erhält, und unterzieht sie einer Generalrevision. Nach dem erfolgreichen Erstflug 1973 bereist er mit ihr weite Teile Europas und erntet dabei viel Anerkennung. Als er letzten Juli in England unterwegs ist, versagt der Motor und zwingt den Piloten, in einem Kornfeld notzulanden. Ammann und sein Sohn überstehen die Notlandung unversehrt, doch die Maschine erleidet einen Totalschaden. 

„Die Klemm 35D ist ein Teil meines Lebens“, erklärt Ammann, „und für mich ist klar, dass ich das Flugzeug wieder aufbauen muss“. Technische Zeichnungen aus dem Jahr 1939, Werkzeug und Schablonen sind vorhanden, die Arbeit könnte beginnen, doch alleine sieht der 70-Jährige sich nicht in der Lage, die Klemm wiederaufzubauen. Einige Arbeiten, wie etwa die Reparatur der Flügel, würde er gerne an externe Firmen delegieren, doch dafür fehlen ihm die finanziellen Mittel. Deshalb hat er alle 154 Familien, die den Namen „Klemm“ tragen und in der Schweiz wohnen, schriftlich kontaktiert und hofft auf deren Solidarität. Sofern es auch unter den Klassiker der Luftfahrt-Lesern jemanden gibt, der den Wiederaufbau der Klemm 35D unterstützen möchte, erreicht er Werner Ammann unter: werner_ammann1@hotmail.com.

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