01.09.2017
Erschienen in: 02/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Evolution einer Idee (Teil 2) Trotz kompakten Maßen bot der Rumpf ausreichend Platz

He 231 Modell Flug (jpg)

Über das Projektstadium kam die He 231 nicht hinaus. Dennoch lieferten die Entwicklungsarbeiten wertvolle Erkenntnisse. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Der strukturell einfach ausgelegte Rumpf hatte fast durchgängig einen runden Querschnitt mit maximal 1,10 Meter Durchmesser. Seine umspülte Fläche war mit 30,5 Quadratmetern relativ klein. Ein Vorteil des Konzepts war, dass wegen der an den Flächenspitzen aufgehängten Triebwerke der gesamte Rumpfinnenraum für Nutzlast, Kraftstoff und Fahrwerk zur Verfügung stand. Als Standardbewaffnung schlug Heinkel eine 25-mm-Maschinenkanone 251RK von Oerlikon mit 150 Schuss vor. Außerdem war vorgesehen, an Rumpfstationen bis zu vier zielsuchende Sidewinder Luft-Luft-Raketen mitzuführen. Die Sichtverhältnisse für den Piloten, der sich im Notfall mit einem Folland-Schleudersitz retten sollte, waren ausgezeichnet. Die Rumpfnase war nach oben klappbar ausgelegt, um gut an das darunter untergebrachte Radar kommen zu können. Die Verwendung einer Stahl-Honeycomb-Struktur für die Außenhaut wurde aus Kostengründen verworfen.

In der zweiten Jahreshälfte 1958 überarbeitete Heinkel das Projekt He 231 noch einmal. Die Grundauslegung blieb, doch dachte man jetzt daran, die Triebwerksanlage am Hauptflügel um zwei weitere Aggregate zu verstärken. Außerdem sah Heinkel nun die Verwendung von Rolls-Royce-RB153-Triebwerken vor.

VJ-101 C (jpg)

In die VJ-101 flossen Erkenntnisse sowohl aus Heinkels He 231 als auch aus der zeitgleich projektierten Messerschmitt Me P 1227 ein. Im Entwicklungsring Süd arbeiteten die alten Konkurrenten erstmals gemeinsam an der Entwicklung eines Flugzeugs. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Parallel zu Heinkel hatte sich auch Messerschmitt an dem Wettbewerb um das VTOL-Hochleistungs-Kampfflugzeug beteiligt, dem man inzwischen die Bezeichnung VJ-101 gegeben hatte. Messerschmitt setzte auf ein vollständig anderes Konzept. Sein Entwurf Me P 1227 sah vor, die Triebwerksanlage samt den Schubrohren im Rumpf unterzubringen. Die Steuerung im Schwebeflug sollte über Pendeldüsen erfolgen.

Bald wurden die Aktivitäten der Konkurrenten industriepolitisch zusammengeführt. Am 23. Februar 1959 gründeten Heinkel, Messerschmitt und Bölkow den Entwicklungsring Süd. Bis zum Herbst desselben Jahren arbeiteten die neuen Partner an den Projekten VJ-101 A (Heinkel) und VJ-101 B (Messerschmitt) getrennt weiter. Dann wurden die Erkenntnisse aus den Projekten zusammengeführt. Heraus kam die VJ-101 C, die technisch wesentliche Züge der He 231 mit Elementen des Messerschmittschen Entwurfs vereinigte. Ihr Erstflug erfolgte am 10. April 1963. Die Evolution der He 231 zum realen überschallschnellen Senkrechtstarter erreichte hier ihren Endpunkt.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 02/2013


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