21.06.2016
Klassiker der Luftfahrt

Britischer AllrounderHawker Hart

Die Hawker Hart war ein rundum gelungener Doppeldecker. Obwohl sie zunächst nur als Bomber vorgesehen war, bewährte sie sich in einer Vielzahl weiterer Rollen und bildete das Ausgangsmuster für eine ganze Flugzeugfamilie.

Nach dem Ersten Weltkrieg sah sich die gerade erst im April 1918 gegründete britische Royal Air Force (RAF) massiven Budgetkürzungen ausgesetzt. In der Regierung gab es sogar Bestrebungen, die RAF komplett wieder aufzulösen. Es war vor allem Sir Hugh Trenchard zu verdanken, dass die RAF als eigenständige Teilstreitkraft erhalten blieb, denn er hatte die Strategie des „Polizeieinsatzes aus der Luft“ für die britischen Kolonien formuliert. Aus dem Flugzeug heraus waren große Gebiete schneller, einfacher und kostengünstiger zu kontrollieren als mit bodengebundenen Kräften. Die Luftfahrttechnik machte in den zwanziger Jahren so rapide Fortschritte, dass neue Flugzeugmuster in schnellem Tempo aufeinander folgten.

1926 gab das britische Luftfahrtministerium (Air Ministry) die Ausschreibung 12/26 für einen leichten Tagbomber mit zwei Mann Besatzung heraus. Drei Firmen (Fairey, Avro und Hawker) wurden mit dem Bau eines Prototyps beauftragt. Aus den Vergleichstests mit der Fairey Fox und der Avro Antelope ging die Hawker Hart, die im Juni 1928 ihren Erstflug absolvierte, als klarer Sieger hervor.

Daraufhin beauftragte das Air Ministry Hawker im Jahr 1929 mit dem Bau von 15 Vorserienflugzeugen. Ab Januar 1930 erhielt die No. 33 Squadron in Eastchurch in der Grafschaft Kent die ersten Hawker Hart. Dort lösten sie die veralteten Bomber vom Typ Hawker Horsley ab. Die Vorserienflugzeuge trugen die Kennzeichen J9933 bis J9947.


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Volker K. Thomalla


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