27.03.2017
Erschienen in: 06/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Vorwärts-Strategie (Teil 3) Tests mit hohen Anstellwinkeln

Grumman X-29 (2) (jpg)

Zunächst ging es um die Eigenschaften des Forward Swept Wing allgemein, später wurden mit der zweiten Maschine Versuche bei hohen Anstellwinkeln durchgeführt. Dabei wirkten Canards, Flügelklappen und Steuerflächen am Heck zusammen. Foto und Copyright: NASA  

 

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Diese Testphase dauerte bis Februar 1991, dann musste die US Air Force erst einmal frisches Geld locker machen, um weitere Untersuchungen über das taktische Potenzial der Manöver durchführen zu können. Weitere Flüge fanden im Sommer 1991 statt, bis zum Ende des Haushaltsjahres im September für die zweite X-29 etwa 120 Flüge zu Buche standen.

Danach gab es eine Pause, bis die zweite X-29 in der Nase mit einem System zur Strömungsbeeinflussung ausgerüstet war. Beim so genannten Vortex Flow Control Program, das die USAF und Grumman finanzierten, ging es darum, durch Gasausstoß die sich am Bug ablösenden Wirbel zu beeinflussen und so die bei hohen Anstellwinkeln nachlassende Wirkung des Seitenruders auszugleichen. Dies war zuvor noch nie versucht worden, zeigte aber gleich eine gute Wirkung mit Gierraten von bis zu 20 Grad pro Sekunde. Dazu wurde von zwei Düsen in kurzen Stößen (ein bis drei Sekunden) Stickstoff asymmetrisch über die Nase geblasen.

Wegen des geringen Volumens des Stickstofftanks waren dabei bis zu sechs Missionen pro Tag nötig, um die gewünschten Datenpunkte zu erfliegen. Den letzten von 58 Flügen im VFC-Programm machte NASA-Testpilot Steve Ishmael am 28. August 1992. Der letzte Flug einer X-29 erfolgte dann mit Major Regis Hancock am Steuer beim Open House auf der Edwards AFB am 18. Oktober. Danach wurde auch die Nummer zwei eingemottet. Sie ist heute immer noch beim Dryden Flight Research Center der NASA zu sehen, während die erste X-29 Ende 1994 per Tieflader zum National Museum of the United States Air Force nach Dayton in Ohio gebracht wurde. Dort ist sie derzeit im Prototypenhangar ausgestellt.

Mit 436 Flügen gehört das X-29-Programm zu den umfangreichsten, die jemals mit einem Versuchsflugzeug durchgeführt wurden. Im Verlauf von acht Jahren konnten auf der Edwards AFB umfangreiche Erkenntnisse über die Eigenschaften eines nach vorn gepfeilten Flügels in Faserverbundbauweise gesammelt werden. Die Fighterentwicklung hat die X-29 jedoch trotz des Hypes bei ihrem Erscheinen nicht beeinflusst.


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