29.09.2016
Klassiker der Luftfahrt

Grumman F9F PantherErster Jet auf US Navy-Flugzeugträgern

Die Grumman F9F Panther markiert den Beginn einer neuen Epoche für die US Navy. Sie war das erste Strahlflugzeug der US-Marine, das von Flugzeugträgern aus Kampfeinsätze flog. Die Feuertaufe im Koreakrieg folgte sehr bald auf die Einführung des neuen Musters.

Am Morgen des 3. Juli 1950 pflügte die USS „Valley Forge“, ein 27 100-Tonnen- Flugzeugträger der Essex-Klasse, durch das Gelbe Meer in Richtung des 38. Breitengrades. Gegen 9 Uhr 30 schwoll der schrille Pfeifton von Strahltriebwerken auf dem Deck zu einem gereizten Brüllen an. In dichter Folge verließen Marine-Kampfflugzeuge des neuen Typs Grumman F9F, von Katapulten beschleunigt, das Schiff. Ihr Ziel: Nordkorea. Zehn Tage zuvor hatten nordkoreanische Truppen die Grenze überschritten und damit die vorangegangenen Streitereien zu einem Krieg ausgeweitet.

Unter den ersten Piloten, die vom Deck der USS „Valley Forge“ starteten, war auch Leutnant Leonard H. Plog. Ihm sollte an diesem Tag der Abschuss einer Jak-9 gelingen. Damit hatte zum ersten Mal ein Strahlflugzeug der US Navy ein gegnerisches Flugzeug vom Himmel geholt. Plogs Einheit, die Fighter Squadron VF-51, hatte erst zehn Monate zuvor den neuen Grumman-Jäger eingeführt – als erstes strahlgetriebenes Trägerflugzeug der US Navy.

Im November desselben Jahres kam es zu einer weiteren Premiere: Der Luftkampf zwischen der F9F-2B von Commander William Amen und einer chinesischen MiG-15 endete mit der Zerstörung der MiG – zum ersten Mal hatte damit ein Strahljäger der US Navy den Luftsieg gegenüber einem anderen Strahlflugzeug davongetragen.

Die Grumman F9F war das am häufigsten eingesetzte Kampfflugzeug der US-Marine im Koreakrieg. Von den 826 Navy- und Marine- Corps-Kampfflugzeugen, die nach Korea entsandt wurden, waren 715 Panthers. Am Ende wurden 78 000 Einsätze gezählt.

Es war das erste Jetmuster des Herstellers Grumman, der damit seine Position als bedeutender Lieferant von Trägerflugzeugen in das Jetzeitalter hinüberretten konnten. Die Panther erwarb sich nie den Ruf herausragender Flugleistungen, so wie Grummans letzter Propellerjäger, die F8F Bearcat. Aber der Hersteller stellte damit unter Beweis, dass er nach wie vor robuste und effektive Kampfflugzeuge bauen konnte.

Die Aufgabe der Grumman-Jagdbomber in Korea bestand vor allem in der Unterbrechung von Nachschublinien, dem Angriff auf Flugplätze und Infrastruktureinrichtungen sowie dem Geleitschutz für B- 29-Bomber.

Als Jäger war die Panther weniger geeignet, einige für diese Rolle unverzichtbaren Eigenschaften waren ungenügend ausgeprägt, namentlich die Stabilität als Waffenplattform, die Wendigkeit und die Steuerungsharmonie. Besonders störend waren ein permanentes Gieren um die Hochachse („Snaking“), unter dem noch die späten Serienmaschinen litten, und die hohen Steuerkräfte. Unbefriedigend waren auch die Abrissgeschwindigkeiten. In Landekonfiguration kam es bei etwa 190 km/h zum Strömungsabriss. Da die Landeanflüge in der Regel mit dem 1,15-Fachen dieser Geschwindigkeit ausgeführt wurden, waren die Panthers bei Decklandungen zumeist schneller als wünschenswert.


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