25.02.2016
Erschienen in: 08/ 2011 Klassiker der Luftfahrt

Der Tiger unter den KatzenGrumman F7F Tigercat

Die Grumman F7F Tigercat war das erste zweimotorige Jagdflugzeug der US Navy. Zwar erhielten einige wenige Einheiten das Flugzeug noch vor Ende des Krieges, jedoch kam keine Tigercat im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz. 364 Exemplare dieses Musters wurden gebaut, von denen heute nur noch ein Dutzend existiert. Sechs F7F sind flugfähig, drei werden momentan restauriert.

kl 08-2011 Grumman F7F (01)

Auf diesem Foto ist der sehr schlanke Rumpf der F7F Tigercat gut zu erkennen. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Die Entwicklungsarbeiten für die Grumman F7F Tigercat begannen schon 1938, als die in Bethpage, im US-Bundesstaat New York beheimatete Firma Grumman Corporation in Eigenregie einen Entwurf für ein zweimotoriges Jagdflugzeug mit einem extrem schlanken Rumpf vorlegte. Die US Navy interessierte sich seinerzeit aber nicht für den Entwurf. Dies änderte sich im Laufe des Jahres 1941. Die Marine arbeitete seit Ende 1940 an einer neuen Klasse von leistungsfähigen Flugzeugträgern. Für diese – später Midway Class – Träger wollte die Navy auch neue Flugzeugmuster beschaffen und lud Mitte 1941 verschiedene Hersteller ein, an einer Ausschreibung teilzunehmen. Der zweimotorige, trägergestützte Jäger sollte entweder einen Torpedo oder zwei 1000-lbs-Bomben schleppen können. Zusätzlich wurden vier feste MGs und vier Bordkanonen als Angriffsbewaffnung verlangt.

Am 30. Juli 1941 bestellte die US-Regierung zwei Prototypen des Grumman-Vorschlags „Design 51“ als XF7F-1.

Der schlanke Mitteldecker in Metallbauweise verfügte über hochklappbare Flügelspitzen und wurde von zwei je 2000 PS starken Pratt & Whitney-R2800-10B-Sternmotoren angetrieben. Trotz der Vorarbeiten benötigte die Entwicklung der Tigercat mehr Zeit als erwartet. Erst am 3. November 1943 startete Testpilot Bob Hall mit dem Prototyp in Bethpage zum Jungfernflug. Die zunächst von Grummans Testmannschaft verwendete Bezeichnung Tomcat wurde von der Navy damals als anzüglich empfunden und durch die Bezeichnung Tigercat (Ozelot) ersetzt.

Die XF7F erwies sich zwar als sehr kräftig motorisiert, robust und erstaunlich wendig, aber sie geriet auch leicht ins Flachtrudeln, aus dem es schon nach wenigen Umdrehungen keine Rettung mehr gab. Auch die Mindestgeschwindigkeit für den Einmotorenflug lag weit über den Vorgaben. Die Konstrukteure mussten die Seitenleitwerksfläche um 29,2 Prozent vergrößern. Zu diesem Zeitpunkt lief die Serienfertigung bei Grumman schon auf Hochtouren, so dass das neue Leitwerk erst ab der 106. Tigercat eingebaut werden konnte. Die US Navy hatte einen Bedarf von zunächst 500 F7F gesehen.

Die erste SerienTigercat (BuNo. 80259) wurde im April 1944 fertig und für Strukturversuche und Trägertests verwendet. Statt des zunächst Y-förmigen Fanghakens erhielten die Serienflugzeuge einen geraden Fanghaken.

Die zunächst verwendeten Sturzflugbremsen an der inneren Flügelunterseite bewährten sich bei den Tests nicht, so dass sie keinen Eingang in die Serienfertigung fanden.
Da sich der Aufbau der Serienfertigung und die Auslieferung der Tigercat an die Truppe hingezogen hatten, trafen die ersten Tigercat-Einheiten erst einen Tag vor dem Ende der Kampfhandlungen im Pazifik auf dem Kriegsschauplatz ein. Zu einem scharfen Einsatz kam es dabei nicht mehr.

Ihre Feuertaufe erlebte die F7F im Koreakrieg in verschiedenen Varianten, vom Jagdbomber über den Nachtjäger bis zum Fotoaufklärer. Danach verschwanden die F7F aus dem Militärbestand. Doch nicht alle Exemplare wurden verschrottet. Mit einem großvolumigen Unterrumpftank bewährte sich das Flugzeugmuster bis weit in die achtziger Jahre als Löschflugzeug. Dadurch sind heute noch einige wenige flugfähige Exemplare der insgesamt 364 gebauten F7F erhalten.


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Sebastian Steinke/VKT


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