12.12.2015
Klassiker der Luftfahrt

Frühes GfK-Wölbklappen-Flugzeug mit 15 m SpannweiteGlasflügel Libelle im Test

Im Jahr 1967 testete Dieter Schmitt die Glasflügel Libelle. Der später durch seine zahlreichen Motorflug-Rekorde bekannt gewordene Pilot fühlte dem damals höchst innovativen Segelflugzeug sehr gründlich auf den Zahn.

Der Prototyp der Libelle bekam 1963 erstmals Luft unter die Flügel. Eugen Hänle, lange Zeit einer der besten Köpfe der Szene, hatte mit seiner Firma Glasflügel ein Segelflugzeug abgeliefert, dass mit zahlreichen Innovationen aufwartete. Aus heutiger Sicht ungewöhnlich war seine Auslegung als Wölbklappen-Flugzeug der Offenen Klasse bei nur 15 Metern Spannweite. Hier der nur unwesentlich bearbeitet Testbericht von Dieter Schmitt:

„Im Jahr 1967 war die Produktion der Libelle längst angelaufen und das Flugzeug bewies durch Rekordflüge, dass es sich bei ihr um ein sehr leistungsfähiges Flugzeug handelt. Mit 15 m Spannweite ist sie ein ausgesprochen kleines Flugzeug mit einer sauberen aerodynamischen Formgebung, das, mit Wölbklappen und einziehbarem Fahrwerk ausgerüstet, zur Offenen Klasse gehört. Der schmale Flügel großer Streckung verfügt über große, weit zurückverlegte Bremsklappen mit federnden Deckplatten. Zusätzlich dazu ist im Seitenruder ein abwerfbarer Bremsschirm untergebracht. Alle Ruder und Klappen haben Innenantrieb und Teilgewichtsausgleich. Die Querruder sind den Wölbklappen differenziert überlagert. Die Kombination in dieser Auslegung, die das Leistungsspektrum dieses zierlichen Flugzeugs vergrößert, wird noch durch eine weitere, zum Teil bisher wenig bekannte Ausrüstung ergänzt. Sie gehört zur standardmäßigen Ausstattung und besteht zum Beispiel aus aufblasbaren Kniestützen, einer Belüftung des Cockpits durch Anheben der Haube mit einer Arretierung (auch während des Fluges), aus einem Schubkasten-Instrumentenbrett und der Staudruckentnahme an der Seitenflosse. Ein kleines Instrumentenbrett für Sauerstoffanzeigegeräte zum Festeinbau wird mitgeliefert, ebenso wird eine dazugehörige Kupferdruckleitung vom Einbauplatz der Sauerstoff-Flasche bis zum Instrumentenbrett hineingebaut. Selbstverständlich gehören zur Ausstattung auch im Fluge verstellbare Seitenruderpedale und verstellbare Rückenlehne, Nackenstütze, in der Seitenflosse eingebaute Antenne und eine im Knüppelgriff eingebaute Sprechtaste für ein Funkgerät.


WEITER ZU SEITE 2: Ausstattung und Bauausführung der Libelle waren weit überdurchschnittlich

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