29.03.2017
Erschienen in: 08/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

Allzweckflugzeug (Teil 2) Firefly spürten „Tirpitz“ auf

kl 08-2013 Fairey Firefly (01)

Diese frühe Firefly Mk 1 verfügt noch über die flache Cockpithaube und den elliptischen Originalflügel. Der Radarbeobachter saß in einem separaten Bereich im hinteren Rumpf. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

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Wegen einer schweren Elektronikausrüstung, die Auswirkungen auf die Schwerpunktlage hatte, erhielt die Nachtjägerversion N.F. 2 einen um 46 Zentimeter verlängerten Rumpf. Später gelang die Herstellung kleinerer Bauteile, die eine kompakte Unterbringung ermöglichten. Die Hälfte der 376 Nachtjäger entstand durch den Umbau einer kürzeren Mark-1-Version.

Das nächste große Aufgabenfeld war die Rolle als Trainingsflugzeug. Hierfür erhielt die Firefly eine Doppelsteueranlage und ein hochgesetztes hinteres Cockpit für den Fluglehrer. Für das Training von Flugbeobachtern und Radarbedienern entstand auch noch die unbewaffnete Trainervariante T.3. Davon wurde wiederum eine, ebenfalls unbewaffnete, Nachkriegsvariante T.T.1 abgeleitet, die als Zielschlepper Verwendung fand. Diese Version mit einer durch den Fahrtwind angetriebenen Winde zum Schlepp von Luftzielen wurde auf Anforderung der schwedischen Firma Svensk Flygtjänst aus gebrauchten kanadischen Mk 1 entwickelt, sie kam in Dänemark und Indien zum Einsatz.

Mit der Firefly Mk 4 erschien 1945 eine stärker motorisierte Version. Der Griffon 74 mit zweistufigem Lader sorgte für mehr Leistung, benötigte aber auch einen Zusatzkühler in den inneren Flügelvorderkanten und eine Vierblattluftschraube. Die Vorgängerversion Mk 3 hatte sich nicht bewährt, sie litt unter Stabilitätsproblemen.

Die bei den Marinefliegern in Großbritannien, Kanada und Australien eingesetzte Mk 4 erhielt neue, eckige Flügelspitzen, einen Radarbehälter am rechten Flügel und einen Ausgleichsbehälter am linken Flügel, Zusatztanks, verkleidete Waffenrohre und eine vergrößerte Heckflosse. Die Bewaffnungsvarianten der Mk 4 und Mk 5 (Nacht- und U-Boot-Jäger) wurden immer flexibler. Unter den Flügeln konnten nun neben Wasserbomben auch Sonarbojen mitgenommen werden. Ab der Mk 5 wurden die Schwenkflügel hydraulisch bewegt. Als Übergangslösung vor dem Erscheinen der Fairey Gannet wurde Mitte der 50er Jahre die Firefly als U-Boot-Jäger schließlich auch in einer Version mit drei Mann Besatzung gebaut. Ohne Fanghaken ausgestattet, war sie als reines Landflugzeug konzipiert. Diese A.S.7 wurde auch als T.7-Trainer genutzt, aber erreichte keine großen Stückzahlen mehr. Als letzte Firefly wurde am 26. März 1956 eine U.8 gebaut.

Die Kampfeinsätze der Firefly begannen 1944 beim Fleet Air Arm mit Aufklärungseinsätzen und Angriffen auf das deutsche Schlachtschiff „Tirpitz“ in Norwegen. Die Schwerpunkte der Einsätze lagen jedoch im Fernen Osten, Ostindien und im Pazifik. Auch im Koreakrieg war die Firefly im Einsatz, wo sie auch von Hilfsflugzeugträgern aus eingesetzt wurde. Mitte der fünfziger Jahre endete der Frontdienst des Jägers, noch etwa zehn Jahre lang waren Firefly als Zieldarsteller, Drohne oder Testplattform im Einsatz. Heute gelten nur noch drei der Flugzeuge als flugtüchtig, während wesentlich mehr Exemplare in Museen erhalten blieben. Die berühmte australische Firefly WB271 des Royal Navy Historic Flight wurde jedoch bei einem Absturz 2003 in Duxford zerstört.


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Sebastian Steinke


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