18.08.2016
Erschienen in: 04/ 2013 Klassiker der Luftfahrt

ErfolgsjägerHawker Hunter

Die Hawker Hunter ist eine Erfolgsgeschichte des britischen Flugzeugbaus. Der einstrahlige Jäger war nicht nur bei der RAF im Einsatz, sondern auch bei vielen Exportkunden.

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Die Hawker Hunter gehört mit 1972 gebauten Exemplaren zu den großen Erfolgen des britischen Flugzeugbaus. Der elegante, einstrahlige Jäger bewährte sich bei Luftstreitkräften in 21 Nationen und stand über fünf Jahrzehnte lang im Dienst. Prototyp WB188 startete mit Neville Duke am Steuer am 20. Juli 1951 in Boscombe Down zum Erstflug.

Doch die Erfolgsgeschichte der Hunter begann erst nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten. Dazu zählten Probleme mit dem anfänglich verwendeten Triebwerk Rolls-Royce Avon, ein zu geringer Kraftstoffvorrat, eingeschränkte Steuerbarkeit und eine Tendenz zum Aufbäumen bei hohen Geschwindigkeiten, strukturelle Schäden aufgrund Erschütterungen durch die Bordwaffen, das Ansaugen von Munitionsgurtgliedern in das Triebwerk, unzureichende Sicht nach hinten und nicht, wie ursprünglich geplant, auch als Luftbremsen nutzbare Landeklappen. Die Fehleranalyse stützte sich auf drei systematische Gutachten: ein 1952/53 von der US Air Force durchgeführtes Vergleichsfliegen der Hunter gegen die F-86 Sabre, die Evaluierung in der Schweiz und auf eine Untersuchung durch die RAF für Einsätze im Nahen Osten. Nachdem Piloten, darunter Chuck Yeager, die Hunter getestet hatten, erkannten die Amerikaner das Potenzial des britischen Flugzeugs und attestierten die Verbesserungsfähigkeit der festgestellten Mängel. Die Schweiz testete 1957 die Hunter F Mk 6 mitsamt dem Einsatz der Luft-Boden-Waffen derartig streng, dass sich von der guten Beurteilung auch andere Nationen überzeugen ließen.

Die RAF verglich die Hunter für Patrouilleneinsätze im Nahen Osten mit der Gnat und der Jet Provost. Der Jäger gewann wegen seines besseren Verhältnisses von Zuladung zu Reichweite.

Die erste Serien-Hunter flog am 16. Mai 1953. Es folgten zahlreiche Versionen (Mark 1 bis 88) und technische Modifikationen, darunter eine Variante mit angeblasenen Landeklappen und einem strömungstechnisch optimierten Rumpf sowie eine Trainerversion mit zwei nebeneinander liegenden Sitzen. Nur die Versionen Mk 2 und Mk 5 nutzten das Sapphire-Triebwerk. Bis zum Jahr 1966 wurden 1972 Hunter in Kingston, Blackpool und Coventry sowie unter Lizenz in Belgien und den Niederlanden gebaut. Allerdings waren die Belgier 1956/57 mit ihren 112 frühen Hunter F.4 derartig unzufrieden, dass sie diese nach nur wenigen hundert Flugstunden wieder ausmusterten und verschrotteten. Auch eine nochmalige Produktion von 112 verbesserten Hunter F.6 stellte die Auftraggeber nicht zufrieden. Dieses Produktionslos wurde zurückgegeben. Anders als die erste Serie wurden diese Flugzeuge bei Hawker überholt und als Exportflugzeuge erfolgreich vermarktet. Indien, der Irak, Chile, Kuwait und der Libanon erhielten Flugzeuge aus diesem Los.

Neben RAF und Fleet Air Arm nutzten zahlreiche Exportkunden die Hunter, darunter Schweden, Dänemark, die Schweiz, Peru, Indien, Jordanien, Singapur, Abu Dhabi, Kenia und Katar. Das Einsatzprofil des langlebigen Kampfflugzeugs veränderte sich von der Abfangjagd zu Erdkampf und Aufklärung. Erst Ende der 90er Jahre schieden die letzten Hunter bei der britischen Empire Test Pilots School, der dortigen Defence Research Agency sowie in Simbabwe und Indien (2000) aus dem Dienst aus.

Noch bis 1994 wurde die Hunter in der Schweiz militärisch eingesetzt. Seitdem sind insgesamt fünf der ausgemusterten Flugzeuge, drei Hunter Mark 58 und zwei Mark 68, zivil zugelassen worden, um von Liebhabervereinen flugfähig erhalten zu werden. Sie sind in Altenrhein und St. Stephan beheimatet. Die Doppelsitzer nehmen, zu festgelegten Terminen, als besondere Attraktion auch Fluggäste mit, sofern diese Vereinsmitglieder sind oder werden. Die hohen Unterhaltsund Betriebskosten der historischen Jets schlagen sich in den Ticketpreisen von 4900 Franken (20 Min.) oder 6900 Franken (40 Min.), plus Mehrwertsteuer, nieder. Dafür winken spektakuläre Rundflüge durch die Schweiz mit einem selten gewordenen, historischen Fluggerät.


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Sebastian Steinke


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