23.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

Leichter Kampfjet (Teil 3) Tests für die Army mit neuem Fahrwerk

Obwohl die Skyhawk als Atombomber Teil des nationalen Einsatzplans war, schränkte die fehlende Allwettertauglichkeit ihre Nützlichkeit erheblich ein. Deshalb fragte die Navy bei Douglas schon Anfang 1956 nach einer Skyhawk-Version mit geändertem Flügel, stärkerer Zelle und Radar nach. Zudem wollte man das leichtere und stärkere J52-Triebwerk von Pratt & Whitney verwenden. Es versprach vor allem auch einen geringeren Verbrauch und damit mehr Reichweite. Ein Mock-up der A4D-3 wurde im Februar 1957 abgenommen, der Prototyp sollte bis November 1958 fliegen. Die Navy musste allerdings sparen und strich das Programm im Juli 1957.

Stattdessen wurde entschieden, die Avionik der A4D-2 zu verbessern, um sichere Nacht- und Allwettereinsätze zu ermöglichen. Zu den Neuerungen gehörte das AN/AJB-3-Bombenabwurfsystem, der Navigationsrechner AN/ASN-19A und das Radar AN/ APG-53A. Es sollte vor allem im Tiefflug vor Hindernissen warnen, hatte aber auch Suchund Entfernungsmess-Betriebsarten. Das Instrumentenbrett musste für den Einbau eines Radardisplays geändert werden. Die Piloten bekamen einen verbesserten Schleudersitz (Escapac I), der eine Rettung am Boden ab einer Rollgeschwindigkeit von 165 km/h ermöglichte.

Die erste A4D-2N flog am 21. August 1958, aber die Komplexität der neuen Systeme verzögerte den Beginn der Truppenversuche bis zum November 1959. Die Truppenversuche dauerten bis Juli 1960. Als erste Einheit erhielt die VMA-225 das neue Modell, von dem bis 1962 genau 638 gebaut wurden – mehr als von jeder anderen Skyhawk-Version.

Die A4D-2N erhielt im Laufe der Fertigung weitere kleine Verbesserungen wie einen Scheibenwischer und einen größeren Sauerstofftank. Außerdem wurden für sie neben den Atombomben viele weitere Bewaffnungsalternativen qualifiziert. Dazu zählten der Kanonenbehälter Mk 11 mit einer zweiläufigen 20-mm-Kanone. Die Luft-Boden-Lenkwaffe Bullpup sollte größere Ziele auch mit konventioneller Munition bekämpfen. Dazu kamen Eisenbomben unterschiedlicher Größe. Für diese mussten Mehrfachaufhängungen konstruiert werden, denn die Skyhawk hatte zunächst nur drei Außenlaststationen.

Neben der Navy interessierte sich 1961 auch die US Army kurzzeitig für die Skyhawk. Für einen Eignungstest als Feuerleit- und taktisches Aufklärungsflugzeug wurden die Northrop N-156 (spätere F-5), die Fiat G.91 und die A4D-2N auf die Naval Air Station in Jacksonville eingeladen. Um von unvorbereiteten Pisten aus operieren zu können, installierte Douglas an zwei Maschinen Hauptfahrwerke mit je zwei Rädern. Die Versuche ergaben keinen eindeutigen Gewinner, und im Endeffekt entschied die Army, sich auf den Einsatz von Hubschraubern zu konzentrieren.

Wie bereits erwähnt wurde die A4D-3 nicht gebaut, und auch ein Vorschlag von Douglas für eine vergrößerte A4D-4 mit Pfeilflügel kam über einige Studien nicht hinaus. Das nächste Skyhawk-Serienmodell war somit die A4D-5, bei der sich die Navy nun doch zum Einbau des Pratt & Whitney-J52-P-6-Triebwerks entschloss. Dieses war leichter, bot einen Maximalschub von 37,77 kN und verbrauchte weniger Kraftstoff. Die Zelle wurde erneut verstärkt und der Lufteinlauf dem neuen Triebwerk angepasst. Auch bei der Avionik gab es Verbesserungen wie den Einbau eines Doppler-Systems. Zur Verbesserung der Bewaffnungsmöglichkeiten wurden zwei weitere Außenlaststationen eingeführt, die je 260 Kilogramm tragen konnten.

Die Navy gab die Entwicklung der A4D- 5 im Mai 1960 frei, wobei Douglas für die ersten Tests auf zwei A4D-2N zurückgreifen konnte. Erstflug war am 12. Juli 1961, und die Lieferungen an Einsatzstaffeln begannen im Dezember 1962. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Pentagon die Typenbezeichnungen der Teilstreitkräfte vereinheitlicht, die Maschinen wurden nun als A-4E bezeichnet. Die Geschichte der Skyhawk war damit aber noch längst nicht zu Ende, denn mit der Intensivierung der Kämpfe in Vietnam stieg der US-Bedarf an Kampfjets rapide an. Im nächsten Teil unseres Berichts beschäftigen wir uns mit der Weiterentwicklung der A-4-Familie für US Navy und Marine Corps, den doppelsitzigen Versionen für die Schulung sowie späteren Modernisierungsprogrammen. Außerdem geben wir einen Überblick über die Exportversionen des kleinen Kämpfers.


WEITER ZU SEITE 4: Gestreckter Rumpf für den Doppelsitzer

    1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |     


Weitere interessante Inhalte
Leichter Jagdbomber Douglas A-4 Skyhawk

24.11.2016 - Der leichte Jagdbomber Douglas A-4 Skyhawk gehört zu den herausragend erfolgreichen Flugzeugentwürfen: Die einstrahlige Skyhawk wurde rund 25 Jahre lang gebaut, wobei fast 3000 Flugzeuge die … weiter

Gegen den Trend Douglas A-4 Skyhawk

21.08.2016 - Klein und einfach statt groß und teuer: Das Konzept der Douglas A-4 ging auf. Mehr als ein halbes Jahrhundert nachdem die erste Skyhawk in Dienst gestellt wurde, befinden sich noch einige der … weiter

Saisonauftakt der Airshows in Florida Tico Warbird Airshow 2016

20.07.2016 - Das Valiant Air Command Museum in Titusville, Florida, hat eine einzigartige Sammlung sorgfältig restaurierter Klassiker. Viele von ihnen sind auch noch am Himmel zu sehen. Jeden März veranstaltet das … weiter

Palmdale Flugzeugsammlung Joe Davies Heritage Airpark

25.06.2016 - Kaum 50 Kilometer Luftlinie von der Edwards AFB entfernt liegt der Air Force Plant 42. Auf dem seit 1940 genutzten Flugplatzgelände wurden die Space Shuttles, die TriStar und der B-1-Bomber gebaut. An … weiter

Langlebig und robust Douglas A-1 Skyraider

26.09.2017 - Ursprünglich für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg gedacht, kam die Douglas A-1 Skyraider sowohl in Korea als auch in Vietnam zum Einsatz, wo sie sich als äußerst robust und vielseitig erwies. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 07/2017

Klassiker der Luftfahrt
07/2017
28.08.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Serie Motor: Junkers Jumo 213
Erste Flugbilder der perfekten Thunderbolt
Messerschmitt Me 309
Condor-Irrflug: Absturz über Irland
Gefechtsbericht: Angriff der Mistel