19.01.2016
Klassiker der Luftfahrt

Gegen den TrendDouglas A-4 Skyhawk

Klein und einfach statt groß und teuer: Das Konzept der Douglas A-4 ging auf. Mehr als ein halbes Jahrhundert nachdem die erste Skyhawk in Dienst gestellt wurde, befinden sich noch einige der insgesamt fast 3000 gebauten Exemplare im Einsatz.

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Die Rechnung klingt einfach. Für jedes Kilogramm mehr an Leermasse eines Kampfflugzeugs muss die Abflugmasse um rund fünf Kilogramm erhöht werden, um die gleichen Leistungen zu erzielen. Von diesen Zahlen zeigte sich auch die US Navy beeindruckt, als Douglas-Chefkonstrukteur Edward Heinemann im Januar 1952 sein "Leichtgewicht-Konzept" für ein mögliches Jagdflugzeug vorstellte. Die Marine-Führung suchte damals jedoch einen Nachfolger für die ebenfalls unter der Leitung von Heinemann entstandene, kolbenmotorgetriebene A-1 Skyraider. Daher forderten die Seestrategen Douglas auf, einen Entwurf für ein Angriffsflugzeug nach dem neuen Prinzip vorzulegen, das auch taktische Nuklearwaffen einsetzen konnte.

Heinemann antwortete mit einem kleinen, einstrahligen Jet, dessen Deltaflügel eine Spannweite von nur rund acht Metern besaß. Diese Abmessungen diktierten die Maße der Flugzeugträgeraufzüge, da ein Klappmechanismus der Tragfläche aus Gewichtsgründen nicht infrage kam. Gleichzeitig machten Triebwerksprobleme der Douglas XA2D Skyshark mit ihrem Turboprop den Garaus. Daraufhin bestellte die Navy am 12. Juni 1952 einen Prototyp der XA4D-1. Damit war der Weg für die Skyhawk frei.

Ein Team von Ingenieuren reiste sogar nach Korea, um sich vor Ort über die Bedingungen für den Betrieb neuer Kampfflugzeuge im Kriegseinsatz zu informieren. Das Ergebnis ihrer Entwicklungsarbeit widersprach den Trends, die Anfang der 50er Jahre im Flugzeugbau herrschten. Die Militärs forderten immer schnellere und komplexere Muster, obwohl deren Zuladung und Reichweite sowie ihre Wartungsfreundlichkeit nicht als optimal galten, ganz zu schweigen vom Preis. Ein Budget für 1000 Flugzeuge im Jahr 1940 hätte ein Jahrzehnt später gerader einmal für 200 Maschinen gereicht. Mit einem anfänglichen Anschaffungspreis von 860000 Dollar pro Flugzeug blieb die Skyhawk unter der gesetzten Marke von einer Million Dollar und erwies sich schon damals geradezu als Schnäppchen.

Der Entwurf wies wenig technische Innovationen auf und konzentrierte sich auf die Einfachheit aller Systeme. Als Triebwerk diente der von Wright als J65 in Lizenz gebaute Sapphire-Turbojet von Armstrong-Siddeley. Die Bewaffnung bestand aus je einer 20-mm-Kanone in den Flügelwurzeln und verschiedenen Außenlasten.

Nur knapp zwei Jahre nach der Auftragserteilung konnte Douglas-Testpilot Bob Rahn am 22. Juni 1954 in Edwards mit der XA4D-1 zum Erstflug starten. Da der Prototyp schon mit für die Serienfertigung vorgesehenen Werkzeugen entstanden war, flog die erste Skyhawk aus der Produktion bereits zwei Monate später. Die ersten neun Exemplare dienten zur Flugerprobung, die ohne große Zwischenfälle verlief. Am 15. Oktober 1955 erzielte Navy-Pilot Gordon Gray überdies mit einer Durchschnittsgeschwin-digkeit von 1118,73 km/h über einen 500-km-Kurs eine neue Bestmarke. Damit hatte erstmals ein Angriffsflugzeug und nicht ein Jäger einen Geschwindigkeitsweltrekord aufgestellt.


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Patrick Hoeveler


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