02.08.2017
Klassiker der Luftfahrt

US-Rüstung für die Alliierten (Teil 3) Weitere Versionen folgten

IN DIESEM ARTIKEL

Auf die A-20A folgte die A-20B, von der die USAAF im Oktober 1940 genau 999 Exemplare bestellte. Diese Flugzeuge wurden erstmals im Douglas-Werk von Long Beach gebaut. Die A-20B war an der treppenförmigen Verglasung des Bugs zu erkennen, hatte einen 750-l-Tank im Bombenschacht als Standard und zwei nach vorn feuernde 12,7-mm-MGs. Als erster Verband wurde die 47th Bomb Group mit der A-20B ausgerüstet. Sie ging im Herbst 1942 nach Marokko, wo sie am 13. Dezember ihren ersten Einsatz für die Ninth Air Force flog.

Auch die 153rd Observation Squadron in England war mit der A-20B ausgerüstet. Acht Flugzeuge gingen mit der Bezeichnung BD-2 als Zielschleppflugzeuge an die US Navy. Etwa 665 Flugzeuge waren jedoch im Rahmen des Leih- und Pachtvertrags für die Sowjetunion bestimmt.

Auch die A-20C, von der ab Anfang 1941 insgesamt 808 bei Douglas in Santa Monica und 140 bei Boeing in Seattle gebaut wurden, war hauptsächlich für die Verbündeten bestimmt. 200 erhielt, wie bereits erwähnt, die RAF als Boston IIIA, die meisten anderen die Sowjetunion. Bei diesem Modell kamen R-2600-23-Motoren mit 1600 PS Startleistung zum Einbau. Ein 530-l-Tank im Bombenschacht erhöhte die Reichweite. Außerdem hatten sie die Fähigkeit, Torpedos zu tragen, was vor allem die Russen nutzten.

Bei der A-20D handelte es sich um eine projektierte Leichtgewichtsversion mit Wright R-2600-7-Motoren, die aber nicht realisiert wurde. Die A-20E war eine modifizierte A-20A ohne selbstdichtende Tanks, und die einzige XA-20F wurde zu Versuchen mit ferngesteuerten MG-Türmen benutzt.

Als meistgebaute Version folgte die im Juni 1942 erstmals bestellte A-20G, von der ab Februar 1943 2850 Maschinen der Untervarianten G-1, G-5, G-10, G-15, G-20, G-25 und G-30das Werk in Santa Monica verließen. Sie war mit einer MG-Nase ausgerüstet. Die ersten 250 A-20G-1 erhielten vier 20-mm-Kanonen und zwei 12,7-mm-MGs. Der Bordschütze hinten hatte ein 12,7-mm-MG oben sowie ein 7,7-mm-MG in der Bodenposition. Ab der A-20G-20 kam dagegen ein elektrisch betriebener Geschützturm zum Einbau, für den der Rumpf im Heckbereich um 15 cm verbreitert werden musste. Weitere Änderungen im Laufe der Produktion betrafen die Zusatztanks. Zunächst waren vier Behälter mit je 645 l unter den Tragflächen üblich, ab der 750. Maschine konnte dann ein 1415-l-Tank unter dem Rumpf getragen werden. Die Bomben wurden in diesem Fall unter den Flügeln aufgehängt.

Die A-20G gingen vor allem an die Sowjetunion. 28 Flugzeuge wurden auch Holland zur Verfügung gestellt, doch die Aufstellung einer Staffel in Australien kam nicht zustande, so dass die Havocs letztlich an die Royal Australian Air Force geliefert wurden. Sie dienten bei der No 22 Squadron, die bis November 1944 auch Boston III, A-20A, A-20C und A-20J erhielt. Bei der USAAF flog die A-20G bei bestehenden Havoc-Staffeln im Pazifik, darunter die Bombardment Groups 3, 312 und 417. In Europa erhielt die 416th Bombardment Group ab Mai 1944 das neue Muster, danach die 409th und 410th BGs.

Mit dem Wechsel des Triebwerks vom nicht mehr gebauten R-2600-23 auf die Version -29 mit einer Notleistung von 1850 PS (1380 kW) statt 1675 PS (1250 kW) wurde die Typenbezeichnung in A-20H geändert. Die Zusatzleistung war sehr willkommen, denn inzwischen hatte die Abflugmasse 10965 kg erreicht. Von der A-20H wurden 412 Flugzeuge gebaut. Sowohl die G- als auch die H-Version konnte mit einem verglasten Bug für einen Bombenschützen umgerüstet werden. Die neue Nase hatte eine rahmenlose Scheibe, die etwa 15 cm länger war als zuvor.

Die A-20J wurde von Anfang an mit einem verglasten Bug gebaut, entsprach aber sonst weitgehend der G-Version. Die Stückzahl betrug hier 450, wovon unter anderem 169 als Boston IV an die RAF gingen. Letztes Serienmodell war schließlich die A-20K mit R-2600-29-Motoren. Von ihr wurden 413 Exemplare hergestellt, darunter 90 Boston IV für die Royal Air Force. Brasilien erhielt 1944/45 ebenfalls 31 A-20K, die zu Ausbildungszwecken verwendet wurden.

Die Fertigung der A-20K lief im September 1944 aus, nachdem insgesamt 7479 Havocs aller Versionen gebaut worden waren. Die meisten von ihnen wurden nach Ende des Krieges rasch außer Dienst gestellt und verschrottet. Nur wenige flogen als TA-20H-Trainer oder als Reisemaschine CA-20J noch weiter.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 02/2010


WEITER ZU SEITE 1: US-Rüstung für die Alliierten

    1 | 2 | 3 | 


Weitere interessante Inhalte
Fotodokumente Neustart der Luftwaffe nach dem Krieg

28.09.2017 - 1956 erfolgte die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Elf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Deutschland wieder eine Luftwaffe. … weiter

Langlebig und robust Douglas A-1 Skyraider

26.09.2017 - Ursprünglich für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg gedacht, kam die Douglas A-1 Skyraider sowohl in Korea als auch in Vietnam zum Einsatz, wo sie sich als äußerst robust und vielseitig erwies. … weiter

Fotodokumente Historische Sicherheitskarten

18.09.2017 - Umfragen bei Fluggesellschaften haben ergeben, dass sich tatsächlich die meisten Passagiere an oben stehende Aufforderung halten und die an jedem Platz befindlichen Sicherheitskarten nicht mit sich … weiter

Dynamisches Duo Douglas XB-42 und XB-43

18.09.2017 - Obwohl sie für die damalige Zeit hervorragende Leistungen boten, hatten die beiden Douglas-Flugzeuge keine Chance auf einen Serienauftrag. Dennoch fiel der XB-43 die Ehre zu, der erste Jetbomber der … weiter

Breitling DC-3 Welttournee beendet

15.09.2017 - Die im März diesen Jahres zu ihrem Flug rund um die Welt in Genf gestartete Breitling DC-3 ist zurück in der Schweiz. Sie landete in Sitten, wo mehr als 100000 Luftfahrtfans an der Breitling Sion … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

Klassiker der Luftfahrt 08/2017

Klassiker der Luftfahrt
08/2017
09.10.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Iljuschin Il-2: Vom See in den Himmel
- Etappenflug mit der Caspar C 32 „Germania“
- Flugboot: Kawanishi H8K „Emily“
- Rundflüge: Aus dem Leben eines Barnstormers
- Gefechtsbericht: Begegnung mit der Do 335.44