20.04.2017
Klassiker der Luftfahrt

Erste Generation moderner Bomber (Teil 3) Neue Version mit mehr Leistung

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Die Do 17 M löste 1937/38 die E-Version ab. Ein wichtige Leistungssteigerung erhielt sie durch die Bramo 323 mit jeweils 900 PS. Zudem wies sie ein verstärktes Hauptfahrwerk auf, das nicht mehr hydraulisch, sondern elektrisch betätigt wurde. Foto und Copyright: KL-Dokumentation  

 

Ab Mitte 1937 löste die wesentlich verbesserte Do 17 M-1 die E-1-Version ab. Sie besaß stärkere Bramo 323a mit 900 PS Startleistung und war mit selbstdichtenden Tanks bei Beschuss weniger gefährdet. Ihre Bombenkapazität hatten die Ingenieure auf 1000 Kilogramm verdoppelt. Dies ging allerdings etwas zu Lasten der Reichweite. Der Einsatzradius der M-1 verringerte sich um etwa 100 Kilometer. Auch aus der M-Version entwickelte Dornier wieder Aufklärervarianten, die Do 17 P-1 und -2. Hauptunterschied zur M-1 war die Verwendung von BMW 132 N mit 910 PS Startleistung. Die Kamera- und Blitzbombenausrüstung entsprach weitgehend dem Standard der ersten Aufklärerversion Do 17 F. Ganz sicher die variantenreichste Version war die Do-17 Z, die ab 1938 produziert wurde. Flugzeuge der Z-Serie kann man einfach an der nun markant kantig verglasten Cockpitkanzel erkennen. Mit dieser Bauserie erhielt die Do 17 den Charakter eines Mehrzweckflugzeugs. Sowohl als Bomber und Aufklärer als auch als Nachtjäger konnte die Dornier nun eingesetzt werden. Fast alle Exemplare der Z-Version erhielten nochmals leistungsgesteigerte Bramo 323 P-1, die 1000 PS Startleistung entwickelten.

Statt bisher drei gehörten bei den Do 17 Z vier Soldaten zur Besatzung. Zur Abwehr dienten jetzt sechs MG 15. Dennoch blieb die relativ mickrige Defensivbewaffnung ein Schwachpunkt der Dornier. Von den beiden Nachtjägerversionen der Do 17, Kauz I und Kauz II, fertigte Dornier nur wenige Exemplare. Dabei wurde in beiden Versionen ein damals hochmodernes Infrarot-Ortungsgerät Spanner eingesetzt. Der Kauz I wurde mit lediglich zwei Mann Besatzung geflogen. Seine Bewaffnung bestand aus jeweils einem MG 15 und MG FF sowie drei MG 17. Der Kauz II, von dem neun Exemplare gebaut worden sein sollen, war mit zwei MG 15, vier MG 17 und einem MG 151/20 etwas stärker bewaffnet. Außer den verschiedenen Do-17-K-Varianten, die Dornier für Jugoslawien baute, entwickelte das Unternehmen 1938 als eine weitere Exportversion noch die Do 215. Sie trug zwar eine neue Bezeichnung, war jedoch mit der Do 17 identisch. Antriebsseitig entsprach sie mit ihren DB 601 den Aufklärern Do 17 R und S, von denen nur einige wenige Exemplare produziert worden waren. Ein Vorteil der Daimler-Benz-Motoren gegenüber den mit 1100 PS nominell gleich starken Bramo 323 P war ihr geringerer Stirnwiderstand. So erreichte die Do 215 nun im Horizontalflug 486 km/h, gut 60 km/h mehr als die vergleichbare Do 17 Z.

Die Kriegsereignisse vereitelten alle Exportpläne. Ungarn erhielt zwar einige wenige Exemplare, doch fast alle der etwa 100 bis Januar 1941 produzierten Do 215 übernahm die Luftwaffe. Schon wenige Monate zuvor, im Oktober 1940, war die Fertigung der Do 17 ausgelaufen. Insgesamt waren mehr als 2000 Dornier Do 17 ausgeliefert worden, 959 waren bei Dornier entstanden, die restlichen von Henschel, Blohm & Voss und den Siebel Flugzeugwerken in Lizenz gefertigt worden. Im Einsatz hatte sich die Do 17 durchaus bewährt, auch wenn sie nie wirklich aus dem Schatten anderer Kampfflugzeuge wie der He 111 und Ju 88 heraustreten konnte. Doch als schon 1932 konzipiertes Flugzeug konnte sie sich immerhin bis 1942 im Einsatz behaupten. Unter dem Aspekt, dass die Luftfahrttechnik in diesen zehn Jahren einen enormen Entwicklungsschub erlebte, ist dies nicht selbstverständlich. Nach ihrer Ausmusterung bei den Kampfgeschwadern standen Do 17 noch bei verschiedenen anderen Luftwaffen im Einsatz. So flogen die „fliegenden Bleistifte“ weiterhin in Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Finnland und Rumänien.


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