26.04.2017
Klassiker der Luftfahrt

Die älteste fliegende TaifunBf 108 Taifun in Traditionsfarben

Sie besticht noch immer durch ihre elegante Erscheinung und ihr grandioses Flugverhalten: die BFW (Messerschmitt) Bf 108. Eine Haltergemeinschaft in Reichelsheim hat den seltenen Klassiker in Dänemark entdeckt und aufpoliert. Nun fliegt die Taifun wieder wie am ersten Tag.

Fällt der Fahrtmesser im Flug aus, hat man als Pilot ein gewisses Problem – zumindest in einem gewöhnlichen Flugzeug. Nicht so in der Bf 108 Taifun. Denn die 108-Konstrukteure um Willy Messerschmitt übernahmen den automatischen Vorflügel von Handley-Page (Lachmann). Und diese beginnen ab 130 km/h damit, ihre Position an der Tragflächenvorderkante zu verlassen und sich nach vorne zu recken. Mit solcher Präzision und Berechenbarkeit geschieht dies, dass die schmalen Flächen nicht nur als Auftriebshilfe fungieren, sondern eben auch als Fahrtmesserersatz.

Benno Herrmann, im Hauptberuf Flugkapitän bei der Lufthansa, ist genau jenes zugestoßen. Und einmal mehr gedachte er der Brillanz dieses 1930er-Jahre-Entwurfs. Gemeinsam mit Hans Jürgen Storck, Franz Kerzendorf und Tine Kirchberg besitzt er die D-EBFW, die älteste flugfähige Bf 108 überhaupt. Weltweit existieren wohl nicht mehr als zwölf der eleganten Reiseviersitzer, etwa vier davon werden geflogen.

Entstanden 1937 in Augsburg, ist die Taifun mit der Werknummer 1561 erst seit 2003 wieder in ihrem Geburtsland beheimatet. Die vier Jahrzehnte davor hat sie in Dänemark verbracht, die meiste Zeit liebevoll gepflegt von dem Privatmann Henning Poulsen.

Die Entdeckung der 108 (per Internet) und der Transport ins hessische Ober-Mörlen (per Lkw) ist eine dieser spannungsreichen Luftfahrtgeschichten, die sich kaum erzählen lassen. Für die Haltergemeinschaft jedenfalls wurde eine lange gehegte Wunschvorstellung zur Wirklichkeit. Dabei war der Däne Henning Poulsen für sie kein Unbekannter. Schon einmal, 1984, hatten sie versucht, das Flugzeug zu kaufen. Seinerzeit war aber Poulsen noch nicht dazu bereit.


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