03.08.2016
Klassiker der Luftfahrt

Beschaffungsprogramm C-160 Transall 1967Der Fall Transall

Die Zeiten haben sich geändert – die Probleme bleiben die gleichen: Heute macht das größte europäische Rüstungsprojekt, der Militärtransporter Airbus A400M, Schlagzeilen wegen Verzögerungen, technischer Probleme und vor allem Mehrkosten in Milliardenhöhe. Die A400M ist der lang ersehnte Nachfolger der C-160 Transall, die seit nunmehr fünf Jahrzehnten das Rückgrat der Transporterflotte der Luftwaffe bildet. Der Militärtransporter aus deutsch-französischer Produktion hatte seinerzeit mit den gleichen Problemen zu kämpfen ...

Es hat den Anschein, als habe die Luftfahrtindustrie der Bundesrepublik mit ihren militärischen Flugzeugprogrammen kein großes Glück. Nachdem heute die Wogen in Bezug auf die Lockheed F-104G Super Starfighter weitaus niedriger rollen als im letzten Jahr, sieht es nun so aus, als würde sich in der Öffentlichkeit ein neuer „Flugzeugfall" anbahnen. Dies kurz nachdem die bundesdeutsche Luftfahrtindustrie bereits einen Schock erlitten hat, als sie aufgrund von Budgetkürzungen ihre Entwicklungsteams reduzieren mußte. Das Flugzeug, um das es diesmal geht, ist der Kampfzonentransporter C-160 Transall, der eine gut funktionierende deutsch-französische Zusammenarbeit repräsentiert und an dessen Serienbau auch die Briten beteiligt sind. Der Stein des Anstoßes ist die Absicht des Bundesverteidigungsministeriums, die Bestellung von anfangs 110 Maschinen dieses Typs um 50 Einheiten zu reduzieren, so daß das deutsch-französische Beschaffungsprogramm nicht mehr 160 Maschinen (110 für die Bundesrepublik, 50 für Frankreich), sondern ganze 110 umfaßt. Die Ursache für die Reduzierung des Erstauftrages liegt hauptsächlich in der Verteuerung, die dieses Programm erfahren hat. Waren anfangs 1,6 Milliarden DM dafür angesetzt, so sollen die Kosten für 160 Transall nun 2,5 Milliarden betragen. Die angespannte Haushaltslage gestatte - so sagt man - diese zusätzlichen Ausgaben nicht.


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