17.05.2017
Erschienen in: 03/ 2015 Klassiker der Luftfahrt

Century-Series (Teil 3) Forschung im Einsatz der NASA

kl 10-2015 Convair - F-106 (11)

Im Eclipse-Projekt schleppte eine C-141 eine F-106. Foto und Copyright: NASA  

 

Auch die NASA erkannte das Potenzial der F-106 und setzte ab 1961 verschiedene Delta Darts zu Forschungszwecken ein. Das spektakulärste Experiment war das Projekt Eclipse, bei dem die US Air Force und die Firma Kelly Space & Technology den Schleppstart von Raumflugkörpern erproben wollten. Dazu sollte ein Lockheed C-141 Starlifter eine F-106 an einem Kabel hinter sich herziehen und so in die Luft bringen. Am 20. Dezember 1997 fand der erste Flug statt. Um auf Notfälle reagieren zu können, lief das Triebwerk des Jägers mit einer Leistung von 60 Prozent. Das Abheben und der anschließende Steigflug auf eine Höhe von 3000 Metern verliefen problemlos. Der Pilot Mark Stucky klinkte – allerdings unabsichtlich – schließlich das rund 300 Meter lange Kabel aus und landete sicher in Edwards. Fünf weitere Einsätze folgten, bis das Programm Anfang 1998 abgeschlossen wurde.

Die beiden für das Experiment vorgesehenen QF-106 wurden anschließend in die Wüste nach Davis-Monthan überführt. Am längsten flog jedoch ein Doppelsitzer bei der NASA: Die F-106B mit der Kennung 57-2516 kam am 31. Oktober 1966 zum Lewis Research Center in Cleveland, Ohio, und führte unter anderem Versuche für das Überschall-Airliner-Programm der USA durch. Dazu erhielt sie zwei J85-GE-13-Triebwerke in Gondeln unter der Tragfläche. Ab Januar 1979 nutzte die NASA-Abteilung in Langley, Virginia, sie zur Erforschung der Einflüsse von Gewitterstürmen auf Flugzeuge. Dabei flog der Jet bis zum Jahr 1986 fast 1500-mal in schwere Gewitter und erlebte dabei 714 direkte Blitzeinschläge. Anschließend diente die Maschine mit der NASA-Nummer 816 der Erprobung von Vortex-Klappen an den Vorflügeln. Am 17. Mai 1991 wurde die F-106B offiziell außer Dienst gestellt und ist heute im Virginia Air and Space Center in Hampton Roads ausgestellt.


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Patrick Hoeveler


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