10.08.2017
Erschienen in: 06/ 2012 Klassiker der Luftfahrt

Britischer Überschalljäger (Teil 3) Umfangreiches Testprogramm mit 20 Flugzeugen

kl 07-2012 English_Electric_Lightning (2) (jpg)

Als weiteres Testflugzeug diente die XN725, die hier mit der ausgefallenen Zusatztank-Anordnung (je 1180 l) auf den Tragflächen zu sehen ist. Foto und Copyright: BAC  

 

Die Forderungen der Militärs machten eine Umkonstruktion der Bugsektion notwendig. Statt eines ovalen Lufteinlaufs wurde nun eine runde Nase verwendet, in deren Mitte der Konus des Radar-Radoms platziert war. Eine weitere wichtige Änderung betraf den Antrieb, bei dem man zum Rolls-Royce RA.24R Avon wechselte, das mit einem vierstufi gen Nachbrenner immerhin 64,12 Kilonewton lieferte. Auch die Probleme mit den Bremsklappen wurden behoben.

Die Flugerprobung des nun als P.1B bezeichneten Jägers begann am 4. April 1957, und Roland Beaumont erreichte schon beim ersten Test Mach 1.2. Am gleichen Tag veröffentlichte übrigens Verteidigungsminister Duncan Sandys sein berüchtigtes Weißbuch, dass die Ablösung aller bemannten Kampfflugzeuge durch Raketen in Aussicht stellte. Viele vielversprechende Projekte wurden daraufhin gestoppt, und die P.1B überlebte nur, weil das Programm schon zu weit fortgeschritten war. Die eingeschränkte Finanzierung für die „Übergangslösung“ bremste allerdings die Fortschritte.

Immerhin hatte das Ministerium erkannt, dass der am 23. Oktober 1958 auf den Namen Lightning getaufte Fighter ein viel komplexeres System war als alle Vorgängermuster und man deshalb ein umfangreiches Erprobungsprogramm mit vielen Testflugzeugen durchführen musste. Nach drei P.1B wurden daher 20 Vorserienflugzeuge in Auftrag gegeben, von denen fünf noch „von Hand“ gebaut wurden, während die restlichen 15 auf der inzwischen eingerichteten Endmontagelinie in Warton entstanden.


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