21.06.2017
Klassiker der Luftfahrt

Testbericht aus dem Jahr 1967Braunschweig SB 8: Leistungssegler der offenen Klasse

Am 25. April 1967 kam die damals hochmoderne SB 8 der Akaflieg Braunschweig erstmals in die Luft. Der Offene-Klasse-Einsitzer war das erste Wölbklappenflugzeug der Akaflieg und gehörte zu den ersten Segelflugzeugen in GfK-Balsa-Sandwichbauweise.

Nicht lange nach dem Erstflug testete Dieter Schmitt, der später viele Motorflugrekorde flog, die SB 8 für unsere Schwesterzeitschrift Flug Revue. Sein 1967 dort veröffentlichter Testbericht ist heute schönes Zeitdokument, das gut den damaligen Stand der Entwicklung von Leistungssegelflugzeugen widerspiegelt In einer leicht überarbeiteten Version veröffentlicht Klassiker der Luftfahrt hier seinen Report zur SB 8:

„SB bedeutet „Segelflugzeug Braunschweig". Alle von der Akademischen Fliegergruppe Braunschweig konstruierten Flugzeuge haben diese Bezeichnung. Die letzte Neukonstruktion dieser Akaflieg, die SB 8, entstand in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Braunschweig. Nachdem dort schon vorher zwei Hochleistungssegelflugzeuge in ähnlicher Weise entwickelt worden waren, hatte man auf dem Gebiet der Glasfaser-Kunstharz-Verarbeitung in Verbindung mit dem Stützstoff Balsa-Holz gute Erfahrungen gesammelt. Während bei der Auslegung der SB 6 und SB 7 andere Zielsetzungen Priorität erhielten, wurde bei der SB 8 angestrebt, ein Flugzeug hoher Leistung bei schwachen Thermikbedingungen zu schaffen. Dabei sollte die Handhabung so einfach sein, dass das Flugzeug im Gruppenbetrieb eingesetzt werden konnte, also das Umsteigen von einem Standardsegler keine Probleme aufwarf. Dazu waren also harmlose Flugeigenschaften und gute Sicht aus bequemer Sitzlage, ohne die bei dieser Flugzeugklasse übliche Raumnot erforderlich. Darüber hinaus wünschte man geringe Landegeschwindigkeit und gute Landeeigenschaften, die nur mit wirksamen, gut regulierbaren Bremsklappen zu erzielen sind. Bei einem 18-Meter-Flugzeug mit Wölbungsklappen, das besonders in sehr schwachen Wetterlagen noch gute Reisegeschwindigkeiten ermöglichen sollte, waren natürlich gute Kreisflugeigenschaften erforderlich. Also mußte durch Einsparung an Gewicht eine geringe Flächenbelastung erzielt werden. Damit werden zwar die Schnellflugleistungen eingeschränkt, aber bei schwachen Wetterlagen ist das Obenbleiben das Wichtigste. Diese technische Philosophie lag der Konstruktion zu Grunde, als man sich bei der Akaflieg Braunschweig Anfang 1964 entschloß, ein Flugzeug mit diesen Eigenschaften und Leistungen zu konstruieren und zu bauen. Die Bauzeit betrug neun Monate. Wer die Aktivität dieser Akaflieg seit Jahren so gut kennt wie ich, der wundert sich nicht über diese Leistung. Es sei jedoch festgestellt, dass fast die gesamte Arbeit in der Freizeit und abends nach der Studienarbeit geschaffen wurde.


WEITER ZU SEITE 2: Eine kurze Baubeschreibung der SB-8

1 | 2 | 3 | 4 | 5 |     


Weitere interessante Inhalte
Aircraft Restoration Company Buchón wird zur JG 27 Bf 109

23.06.2017 - Die Hispano HA-1112-M1L Buchón G-AWHK der Aircraft Restoration Company repräsentiert jetzt die Messerschmitt Bf 109 E-7 des JG 27. Das Original wurde 1941 in Libyen von Werner Schroer geflogen. Die … weiter

Old Rhinebeck Aerodrome Spirit of St. Louis-Nachbau fliegt

21.06.2017 - Auf dem Old Rhinebeck Aerodrome an der amerikanischen Ostküste hob am 5. Dezember 2015 ein Nachbau der „Spirit of St. Louis“ erstmals ab. Im Cockpit saß Konstrukteur Ken Cassens. … weiter

Aus den Protokollen des Generalluftzeugmeisters Kostenexplosion der Lastensegler Me 321 und Ju 322

21.06.2017 - Aus der Zeit nach der Übernahme der Funktion des Generalluftzeugmeisters seitens Erhard Milch (zwei Tage nach Ernst Udets Selbstmord) am 19. November 1941, sind zigtausende Seiten Protokolle und … weiter

Flying Legends Airshow 2017 Berlin Express

20.06.2017 - Ein echtes Highlight der Flying Legends Airshow 2017 wurde heute bekannt gegeben. Die North American P-51B Mustang "Berlin Express" wird die Reise aus den USA nach Duxford machen und während der Show … weiter

Senkrechtstart mit britischem Hubschrauber-Turboprop-Flugzeug 1959: Fairey Rotodyne - Das Lufttaxi der Zukunft

20.06.2017 - Wenn man über die Fairey Rotodyne spricht, kann das immer leicht überschwenglich wirken. Denn sie wäre schon hervorragend, wenn es sich bei ihr um einen gewöhnlichen Hubschrauber handelte. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 05/2017

Klassiker der Luftfahrt
05/2017
29.05.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Die deutschen Einflieger
Stinson L-5
Serie Motor Hispano-Suiza
Klemm L25
AEG-Flugzeuge
Supermarine Spitfire
Douglas C-47
Hawker Hurrican