18.05.2016
Klassiker der Luftfahrt

Testbericht aus dem Jahr 1967Braunschweig SB 8: Leistungssegler der offenen Klasse

Am 25. April 1967 kam die damals hochmoderne SB 8 der Akaflieg Braunschweig erstmals in die Luft. Der Offene-Klasse-Einsitzer war das erste Wölbklappenflugzeug der Akaflieg und gehörte zu den ersten Segelflugzeugen in GfK-Balsa-Sandwichbauweise.

Nicht lange nach dem Erstflug testete Dieter Schmitt, der später viele Motorflugrekorde flog, die SB 8 für unsere Schwesterzeitschrift Flug Revue. Sein 1967 dort veröffentlichter Testbericht ist heute schönes Zeitdokument, das gut den damaligen Stand der Entwicklung von Leistungssegelflugzeugen widerspiegelt In einer leicht überarbeiteten Version veröffentlicht Klassiker der Luftfahrt hier seinen Report zur SB 8:

„SB bedeutet „Segelflugzeug Braunschweig". Alle von der Akademischen Fliegergruppe Braunschweig konstruierten Flugzeuge haben diese Bezeichnung. Die letzte Neukonstruktion dieser Akaflieg, die SB 8, entstand in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Braunschweig. Nachdem dort schon vorher zwei Hochleistungssegelflugzeuge in ähnlicher Weise entwickelt worden waren, hatte man auf dem Gebiet der Glasfaser-Kunstharz-Verarbeitung in Verbindung mit dem Stützstoff Balsa-Holz gute Erfahrungen gesammelt. Während bei der Auslegung der SB 6 und SB 7 andere Zielsetzungen Priorität erhielten, wurde bei der SB 8 angestrebt, ein Flugzeug hoher Leistung bei schwachen Thermikbedingungen zu schaffen. Dabei sollte die Handhabung so einfach sein, dass das Flugzeug im Gruppenbetrieb eingesetzt werden konnte, also das Umsteigen von einem Standardsegler keine Probleme aufwarf. Dazu waren also harmlose Flugeigenschaften und gute Sicht aus bequemer Sitzlage, ohne die bei dieser Flugzeugklasse übliche Raumnot erforderlich. Darüber hinaus wünschte man geringe Landegeschwindigkeit und gute Landeeigenschaften, die nur mit wirksamen, gut regulierbaren Bremsklappen zu erzielen sind. Bei einem 18-Meter-Flugzeug mit Wölbungsklappen, das besonders in sehr schwachen Wetterlagen noch gute Reisegeschwindigkeiten ermöglichen sollte, waren natürlich gute Kreisflugeigenschaften erforderlich. Also mußte durch Einsparung an Gewicht eine geringe Flächenbelastung erzielt werden. Damit werden zwar die Schnellflugleistungen eingeschränkt, aber bei schwachen Wetterlagen ist das Obenbleiben das Wichtigste. Diese technische Philosophie lag der Konstruktion zu Grunde, als man sich bei der Akaflieg Braunschweig Anfang 1964 entschloß, ein Flugzeug mit diesen Eigenschaften und Leistungen zu konstruieren und zu bauen. Die Bauzeit betrug neun Monate. Wer die Aktivität dieser Akaflieg seit Jahren so gut kennt wie ich, der wundert sich nicht über diese Leistung. Es sei jedoch festgestellt, dass fast die gesamte Arbeit in der Freizeit und abends nach der Studienarbeit geschaffen wurde.


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