21.06.2017
Klassiker der Luftfahrt

Testbericht aus dem Jahr 1967 (Teil 2) Eine kurze Baubeschreibung der SB-8

Segelflug Test SB-8 -01.jpg

Die SB 8 sollte einerseits gute Leistungen bei schwacher Thermik bieten, andererseits ein Offene-Klasse-Flugzeug sein, dass auch von weniger versierten Piloten leicht zu fliegen ist. © Schmitt  

 

Die SB 8 wurde weitgehend in Formmulden gebaut. Dieser Aufwand ist zwar für ein Einzelstück erheblich, denn erst der Serienbau rechtfertigt ihn, jedoch wurde auf möglichst geringes Gewicht großer Wert gelegt. Deshalb stellte man für das Höhenleitwerk und für die Flügeloberseite Negativ-Schalen her. Auf diese Weise wurden die Flügel in den Negativmulden von oben nach unten gebaut. Hierbei werden Rippen in Abständen von 10 cm eingesetzt, die, wie der Stützstoff für die Flügelschale, aus Balsaholz bestehen. Sie sind 4 mm stark und beiderseits mit Glasfasergewebe armiert, also in Sandwichbauweise hergestellt. Da die Flügeloberseite mit guter Oberfläche aus der Mulde kommt, musste nur die Flügelunterseite gespachtelt und geschliffen werden. Durch die feste Flügelbettung in den Negativformen wurde jedoch die Spachtelschicht nach Vorstraken und Schleifen nur etwa 0,2 mm dick. Der Flügel besitzt einen Kastenholm (außen I-Holm). Als Profil wurde das Wölbklappen-Profil Wortmann FX 62 - K - 131 modifiziert gewählt, das für den Langsamflug besonders geeignet ist. Am Außenflügel, der geschränkt ist, wurden zwei andere Profile von Wortmann gewählt, um auch noch im Kurvenflug bei Böigkeit ein harmloses Abreißverhalten bei guter Querruderwirkung zu erzielen. Die Querruder bestehen aus armiertem Conticell CC 40 und sind so mit der Mechanik der Wölbklappen in ihrem Antrieb verbunden, dass sie zum Teil mit angestellt werden.

Beim Bau des Rumpfes wurde ein Hellingrohr verwendet, auf dem Formspanten aus Dämmpappe aufgezogen werden. Nach dem fertigen Aufbau des Rumpfes werden diese wieder herausgeschlagen. Der Aufbau des Rumpfes ist ähnlich dem der Flügel. Er besitzt leichte Balsaspanten und zwei Kiefernsperrholz-Hauptspanten im Flügelbereich. Die Rumpfschale besteht aus GFK mit vorn 8 mm, hinten 4 mm Balsaholz als Stützstoff. Zur Widerstandverminderung wurde der Rumpf hinter dem Flügel stark eingeschnürt. Der Pilotensitz wird durch eine große, saubere Haube, die nicht in die Kontur eingestrakt wurde, abgeschlossen. Man hat darauf bewußt zugunsten besserer Sicht nach vorn verzichtet. Das T-Höhenleitwerk wurde gedämpft ausgeführt. Das Seitenruder ist als einziges Ruder aus Gewichtsgründen konventionell mit Stoff bespannt. Der Aufbau der Seiten- und Höhenflosse entspricht dem des Flügels. Die Wölbklappen und das Höhenruder haben wie die Querruder einen Conticell-Schaumstoffkern.

Durch wohlüberlegte, konstruktive Maßnahmen und saubere Bauweise wurde überall streng und daher erfolgreich Gewicht gespart. So erreichte man für einen ausgewachsenen 18-Meter-Vogel mit Wölb- und Bremsklappen das achtunggebietende Leergewicht von 220 kg. Das ist ein stolzes Ergebnis!


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