03.04.2017
Klassiker der Luftfahrt

Historischer Flugbericht von 1963 (Teil 4) Nicht gerade üppige Platzverhälntisse

Bo 208 Cockpit

Das Cockpit war recht eng. Als nicht ideal betrachtete Wolfrum den Zentralknüppel. Foto: KL-Dokumentation  

 

An die Kabinenbreite, die nach meiner Meinung das Minimum für ein Flugzeug mit nebeneinanderliegenden Sitzen darstellt, konnte ich mich noch ganz gut gewöhnen, nicht aber an den zu kurzen Fußraum. Bei einer Körpergröße von 1,81 m wurde mir das Sitzen im Junior mit stark angewinkelten Beinen schon nach einer Stunde Flugzeit unbequem, was durch den ziemlich harten Sitz und die steile Rückenlehne noch gefördert wurde. Eine Anpassung an die jeweilige Körpergröße der Insassen durch Verstellbarkeit der Sitze oder Pedale ist nicht möglich. An dieser Stelle sei eine besondere Eigenart dieses Flugzeugmusters kurz beleuchtet: der in der Mitte zwischen den beiden Sitzen liegende Steuerknüppel. Ich glaube, es wäre verkaufspsychologisch klüger gewesen, den Knüppel in althergebrachter Weise zwischen die Beine des Piloten zu verlegen, da jeder bei dieser ungewöhnlichen Steueranordnung zunächst mehr oder weniger starke Bedenken zu überwinden hat. In der Praxis jedoch, selbst beim Steuern von Kunstflugfiguren, gewöhnt man sich schnell daran. Ein Nachteil des Zentralknüppels bleibt aber bestehen: Wenn Lehrer und Schüler gleichzeitig die Hand am Steuer haben, behindern sie sich gegenseitig mit Ellbogen und Unterarm.

Knapp bemessen für ein zweisitziges Reiseflugzeug ist die Zuladung. Von 240 kg möglicher Gesamtlast sind 56 kg für 80 Liter Benzin in Abrechnung zu bringen, es bleiben also für Funkausrüstung, die beiden Insassen und deren Gepäck noch ganze 184 kg übrig!


WEITER ZU SEITE 5: Gute Flugleistungen zeichneten den Junior aus

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