03.04.2017
Klassiker der Luftfahrt

Historischer Flugbericht von 1963 (Teil 7) Die Bölkow BO 208 Junior war ihr Geld wert

In seiner endgültigen serienmäßigen Ausführung kostet der Junior 28000 DM. Ich halte diesen Preis für durchaus konkurrenzfähig und dem Wert des Flugzeuges angemessen. Man darf dabei nicht vergessen, dass es sich beim Junior im Gegensatz zu Flugzeugen ähnlicher Preislage um eine Ganzmetallmaschine moderner Bauart und mit guter technischer Ausstattung handelt. Welches andere Flugzeugmuster unter 30000 DM besitzt z. B. schon serienmäßig eine McCauley-Metalluftschraube?

Zurück zur Frage, ob der Bölkow Junior die Piper Cub ersetzen kann. Ich möchte sagen, in seiner jetzigen Form nur teilweise! Als Club-Flugzeug zur Fortbildung und zum Training sowie in seiner Leistung bietet er erheblich mehr. Als Anfangs-Schulflugzeug aber hat die alte Piper summa summarum noch das größere Plus aufzuweisen. Ideale Reisemaschinen sind beide nicht. Ich glaube aber voraussagen zu können, dass die Firma Bölkow aufgrund ihrer bekannten Aktivität al­les aufbieten wird, die beiden am schwersten ins Gewicht fallenden Nachteile ihres Junior, nämlich die mangelnde Geräuschdämpfung und die etwas zu hohe Flächenbelastung, so schnell wie möglich zu beseitigen. Auf dem Mitte Juni zu Ende gegangenen Aero Salon in Paris Le Bourget war bereits ein Junior mit verlängertem Tragflügel zu sehen. Ich bin gespannt, diesen ver­besserten Typ möglichst bald zu fliegen, um festzustellen, ob damit das größte Hindernis tatsächlich beseitigt ist, das diesem modernen und genial konstruierten Flugzeugmuster noch entgegensteht, um das kommende deutsche Schulflugzeug werden zu können.

 

 

BÖLKOW JUNIOR

Vorzüge:

Einfacher, robusterAufbau in Ganzmetall, geringe Abmessungen, geringes Gewicht.

Sehr gute Sichtverhältnisse.

Saubere Flugeigenschaften, wendig, gute Stabilität um alle Achsen, einwandfreies Abkippverhalten.

Gute Geschwindigkeitsleistung.

Nachteile:

Schlechter Flugkomfort, mangelnde Geräuschdämpfung, enge Kabine, unbequeme Sitzposition.

Hohe Landegeschwindigkeit.

Hoher Steuerdruck im Höhenruder.

Mäßige Zuladung.


WEITER ZU SEITE 1: Historischer Flugbericht von 1963

    1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 


Weitere interessante Inhalte
Hochleistungs-Kampfflugzeug EWR VJ 101 – Alle Varianten

23.09.2016 - Im Februar 1959 schlossen sich die Firmen Bölkow, Heinkel und Messerschmitt zur Arbeitsgemeinschaft Entwicklungsring Süd GmbH zusammen, um gemeinsam ein Hochleistungs-Kampfflugzeug mit … weiter

Drehflügler-Mekka The Helicopter Museum in Somerset

20.09.2016 - Mit rund 80 Hubschraubern aus den Nachkriegsjahren im Bestand ist das an der englischen Westküste gelegene Helicopter Museum die wohl größte auf Drehflügler spezialisierte Ausstellung der Welt. … weiter

Pilot-Report 1969: Flugbericht Bölkow BO 209 Monsun

03.07.2016 - Im Juli 1969 veröffentlichte Walter Wolfrum in der FLUG REVUE diesen Flugbericht über die damals brandneue Bölkow BO 209 Monsun. Damals gehörte er schon lange zu den Spitzenpiloten in der deutschen … weiter

Standardklasse Bölkow Phoebus - Flugzeugtest

07.05.2016 - Bei den Segelflugweltmeisterschaften 1965 in England fand ein neues Segelflugzeug der Standardklasse besondere Beachtung. Es war der Phoebus der Entwicklungsgemeinschaft Sport- und Segelflug. … weiter

Bild der Woche KW 04/2015 Bo 46

19.01.2015 - Im Jahr 1961 entwickelte die Bölkow GmbH (später MBB, heute Eurocopter)im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums einen Helikopter, der mit Hilfe eines Schwenkrotors (Derschmidt-System) erheblich … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 04/2017

Klassiker der Luftfahrt
04/2017
10.04.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Focke-Wulf Fw 190
Mitsubishi J8M
Cessna O-1 Bird Dog
RAF-Museum
Douglas A-26 Invader
Junkers K 30
Lend-Lease für die Sowjetunion
Albatros Flugzeugwerke
Modellträger