16.10.2016
Klassiker der Luftfahrt

Vom Trägerflugzeug zum Stolz der Royal Air ForceBlackburn Buccaneer: Der Freibeuter

Fast 35 Jahre flog die Buccaneer für die britischen Streitkräfte. Ursprünglich als Trägerflugzeug für Tiefflugangriffe konzipiert, beendete der robuste Marinebomber seine Karriere bei der Royal Air Force.

IN DIESEM ARTIKEL

Streng geheim begann die Geschichte der Blackburn Buccaneer. Als einziger Jet neben der A-6 Intruder wurde das Muster speziell für Tiefflugangriffe von Flugzeugträgern aus entwickelt. Die Spezifikation NA.39 der Royal Navy entstand im Sommer 1953 und forderte eine entsprechende Maschine für eine Waffenlast von 1814 kg, die Schiffe unter anderem mit taktischen Nuklearwaffen bekämpfen sollte. Dabei galten die Besonderheiten des Einsatzes auf Flugzeugträgern im Hinblick auf Abmessungen und Landegeschwindigkeit als besondere Herausforderungen. Angesichts der notwendigen Masse wendeten die Konstrukteure von Blackburn Aircraft Ltd. bei ihrem Entwurf B.103 das damals neue Konzept der Grenzschichtbeeinflussung an, um die Landegeschwindigkeit zu reduzieren. Hier zapften Leitungen rund zehn Prozent des Luftstroms aus der siebten Hochdruckverdichterstufe der Triebwerke und führten ihn über die Tragflächen und Steuerflächen. Die dazu benötigte volle Triebwerksleistung ermöglichten bei der Landung zwei große Luftbremsen, die den Heckkonus bildeten. Als Nebeneffekt reduzierte sich die Länge bei voll ausgefahrenen Bremsen um wertvolle 1,2 m, da die Maße der Fahrstühle auf den britischen Trägern die möglichen Abmessungen diktierten. Mit abklappbarer Nase und um 120 Grad nach oben schwenkbaren, äußeren Tragflächen erfüllte der Jet gerade eben die Vorgaben. Eine weitere Neuerung des nach der Flächenregel gestalteten Rumpfs war der drehbare Bombenschacht mit in der Klappe angebrachter Waffenlast, um eine bessere Aerodynamik bei der hohen Angriffsgeschwindigkeiten zu erreichen. Durch die vorgesehenen Tiefflugbelastungen legte Blackburn den Entwurf von Anfang an auf ein langes Strukturleben aus. Die Konstruktion bestand im wesentlichen aus Aluminium mit vielen Stahlverstärkungen und damals neue, aus einem Stück gefräste Rippen und Beplankungen.


WEITER ZU SEITE 2: Erstflug unter strenger Geheimhaltung

1 | 2 | 3 | 4 |     
Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Patrick Hoeveler


Weitere interessante Inhalte
Fotodokumente 1943: Stützpunkt Gerbini der Alliierten auf Sizilien

28.03.2017 - Der bekannte amerikanische Luftfahrtfotograf Howard Levy war im Zweiten Weltkrieg mit einer Air Service Group der US Army Air Force unterwegs. … weiter

Deltaflügler Avro 698 Vulcan

27.03.2017 - Der vierstrahlige strategische Deltaflügel-Bomber Avro Vulcan gilt als spektakulärstes Muster der drei „V-Bomber“ der Briten. Seit den fünfziger Jahren stellte die Vulcan die nukleare Abschreckung für … weiter

Treue Dienste als Seeaufklärer und Frühwarnflugzeug Avro Shackleton: Die letzte ihrer Art

15.03.2017 - Die Avro Lancaster gilt als eines der berühmtesten Flugzeuge der Welt. Mit der Shackleton fand die selbst nach 1945 noch weiterentwickelte Reihe ihren Abschluss. Zuletzt diente das Muster fast 20 … weiter

Britischer Überschalljäger English Electric Lightning

02.02.2017 - In den 1950er Jahren entwickelte English Electric den ersten britischen Überschalljäger, der in Serie ging. Die vom Versuchsmuster P.1 abgeleitete English Electric Lightning war zugleich der letzte … weiter

Fotodokumente North American P-51: Die frühen Mustangs

27.01.2017 - Vor über 75 Jahren startete eines der berühmtesten Jagdflugzeuge aller Zeiten zu seinem Erstflug, die North American P-51 Mustang. Wir zeigen Ihnen historische Fotos der frühen Mustangs. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

In Kooperation mit
Klassiker der Luftfahrt 03/2017

Klassiker der Luftfahrt
03/2017
27.02.2017

Abonnements
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Boeing B-29 Superfortress
Flugmotor BMW 801
Focke-Wulf Fw 44
Kramme und Zeuthen KZ IV
Siemens-Schuckert
Segelflugzeug Weihe