11.01.2017
Klassiker der Luftfahrt

Mächtiger DonnervogelAvro Vulcan: Der größte Deltabomber der Welt

Die 50er Jahre stellten eine Zeit der technologischen Neuerungen dar. Eines der beeindruckendsten Flugzeuge aus dieser Dekade war die Avro Vulcan, deren kraftvolle Eleganz bis heute fasziniert.

Die Siegermacht Großbritannien ging zwar geschwächt aus dem Zweiten Weltkrieg hervor, doch die Labour-Regierung wollte gegenüber den Großmächten USA und UdSSR nicht ins Hintertreffen geraten. Daher entschied Premierminister Clement Attlee, dass das Vereinigte Königreich eigene Nuklearwaffen entwickeln sollte. Die britische Führung hielt gemäß ihren Erfahrungen aus dem Krieg an dem Flugzeug als dem bestgeeigneten Trägermittel fest.

Zu diesem Zweck erstellte das britische Luftfahrtministerium im Januar 1947 die Spezifikation B.35/46, die einen Bomber forderte, der mit einer Waffenlast von 4500 Kilo-gramm aus einer Entfernung von 6400 Kilometern einen Angriff aus 14000 Metern Höhe fliegen konnte, um so die sowjetische Luftverteidigung zu überwinden. Das neue Flugzeug sollte die doppelte Geschwindigkeit und Dienstgipfelhöhe des damaligen Standardbombers der Royal Air Force, der propellergetriebenen Avro Lincoln, erreichen. Technologische Fortschritte, wie der Jetantrieb und die von deutschen Konstrukteuren erforschten neuen Flügelformen, dienten als Grundlage zum Erreichen dieser ehrgeizigen Ziele.

Verschiedene Entwürfe führten schließlich zum berühmten Trio der so genannten „V-Bomber“: der Avro Vulcan, der Handley Page Victor und der Vickers Valiant. Während die Valiant konventionell ausgelegt war und eher eine Übergangslösung darstellte, gingen Avro und Handley Page eigene Wege bei ihren Konstruktionen. Zwischen den beiden Traditionsfirmen entbrannte eine starke Rivalität im Wettbewerb um den lukrativen Großauftrag. Im Endeffekt sollten jedoch beide Maschinen beim Bomber Command der Royal Air Force eingeführt werden.


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Patrick Hoeveler


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