15.03.2017
Klassiker der Luftfahrt

Treue Dienste als Seeaufklärer und Frühwarnflugzeug (Teil 3) Umfangreiche Verbesserungen

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Die Mk.3-Version der Avro Shackleton erhielt unter anderem Tanks an den Flügelspitzen. Bei der WR971 handelte es sich um das zweite Exemplar dieser Variante. Die erste Maschine stürzte bei Flugversuchen ab. Foto: KL-Dokumentation  

 

Der erste Vertreter des neuen Standards hob am 2. September 1955 von der Piste ab. Allerdings ließ das Überziehverhalten zu wünschen übrig, so dass das A&AEE den Einbau eines modifizierten Strömungs-abrisswarners forderte. Am 7. Dezember 1955 flog die WR790 einen entsprechenden Versuch, bei dem die Piloten die Kontrolle verloren und abstürzten. Daraufhin erhielten die folgenden Exemplare modifizierte Vorderkanten der inneren Flügelsegmente. Die MR Mk.3 ging ab August 1957 bei der No. 220 Squadron in Dienst. Einen seiner ersten Einsätze führte der neue Typ während der Krise in Zypern durch: Mehrere Shackletons unterbanden durch ihre Patrouillen den Waffenschmuggel auf die Insel. Von Juli 1955 bis Dezember 1959 kamen so insgesamt 884 Einsätze zusammen. Auch in der Suezkrise von 1956 war die Viermot mit von der Partie. Die No. 38 Squadron flog Überwachungseinsätze über Ägypten und schützte die Invasionsflotte vor gegnerischen U-Booten.

Während ihrer Einsatzzeit ließ die RAF ihren Seeaufklärer ständig mit neuen Systemen verbessern. Das Programm war in drei Phasen aufgeteilt und beinhaltete zunächst das ASV21-Radar und andere Avionik. Der zweite Schritt konzentrierte sich unter anderem auf die Einführung von Systemen für elektronische Gegenmaßnahmen sowie von aktiven Sonarbojen. Die dritte Phase umfasste umfangreichere Änderungen. Das konstant angestiegene Gewicht sollten vor allem beim Start zusätzliche Jettriebwerke kompensieren. Die Designer integrierten je ein Bristol Siddeley Viper 203 in die äußeren Motorgondeln und verstärkten die Flügelstruktur entsprechend. Die Lebensdauer der Aggregate erwies sich jedoch als relativ kurz, da sie mit dem normalen Kraftstoff der Kolbenmotoren liefen und daher nur zum Start genutzt wurden. Die erste MR Mk.3 „Phase 3“ (WR973) flog am 29. Januar 1965. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Nachfolger schon in der Entwicklung, und im Laufe des Jahres 1970 übernahm die Hawker Siddeley Nimrod in RAF Kinloss. Die letzten MR Mk.3 gingen 1971 außer Dienst. Nur noch zwölf Mk.2 blieben als Such- und Rettungsflugzeuge in Dienst.


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Patrick Hoeveler


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