29.03.2017
Klassiker der Luftfahrt

1982 (Teil 2) Bescheidener Anfang in Oberpfaffenhofen

Vor 30 Jahren - Die Geheimküche der Bundeswehr Bild 1

FLUG REVUE Technikredakteur Hans Redemann im Vorgespräch mit dem Chef der Erprobungsstelle Manching, Wolfgang Sarnes, und Flugversuchsingenieur Jürgen Scheuermann. Foto und Copyright: Hans Redemann / Motor Presse Stuttgart  

 

Als die Bundesrepublik Deutschland in die NATO aufgenommen wurde, erhielt sie die Hoheit über ihren Luftraum mit den entsprechenden Verpflichtungen. Die zahlreichen Nachbauprogramme für die Luftwaffe machten auch wieder eine Erprobungsstelle erforderlich. Dies geschah im Oktober 1957, als ein Vorkommando von zwei Mann einen Teil der stark beschädigten Gebäude des früheren Flugfunk-Forschungsinstituts am Dornier-Werksflugplatz in Oberpfaffenhofen bezog. Es hatte die Aufgabe, mit der Errichtung einer vorläufigen Dienststelle zu beginnen und die endgültige Problemlösung in die Wege zu leiten.

Bald zeigte sich, dass Oberpfaffenhofen für eine leistungsfähige Erprobungsstelle nur ein Provisorium sein konnte, keinerlei Ausdehnungsmöglichkeiten zur Verfügung standen. Nach langen Überlegungen und nachdem sich andere Projekte als nicht realisierbar herausstellten, fiel im Juni 1959 die endgültige Entscheidung für das Gelände in Manching bei Ingolstadt. Parallel zu einer bereits vorhandenen Startbahn aus dem Zweiten Weltkrieg wurde für die E-Stelle im Frühjahr 1961 eine neue Startbahn geschaffen. Mit einer Länge von 3500 m und einer Breite von 60 m gehört sie zu den größten militärischen Startbahnen in Europa.
        

Auf- und Ausbau in Manching

Die Startbahnen verlaufen in Ost-West-Richtung. Zwischen ihnen wurden die ersten neuen Hallen und Gebäude errichtet, vorrangig die Messerschmitt-Werft für die Endmontage des Starfighters. Außerdem hatte der Entwicklungsring Süd hier eine Versuchsabteilung zur Flugerprobung des Senkrechtstarters VJ 101C. Der eigentliche Aufbau der E-Stelle in Manching konnte erst im Jahre 1963 mit der Erschließung eines angrenzenden Geländes beginnen, das heute eine Fläche von 300 ha aufweist. Die Bebauung ging in den nachfolgenden Jahren zügig voran, doch noch immer ist ein Ende nicht in Sicht. Das eindrucksvollste Gebäude der E-Stelle dürfte zweifellos die Rüsthalle sein, die bei einer Länge von 150 m und einer Tiefe von 60 m als die größte freitragende Halle Deutschlands gilt. Ihre 18 m hohen Tore lassen sich über die volle Hallenlänge verschieben und gestatten auf diese Weise die Unterbringung auch größerer Flugzeugmuster.


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